Mann hinter dem Meme ist Ungar

"Hide the Pain Harold" feiert Sturz von Orbán

Millionen kennen sein gequältes Lächeln. Als "Hide-the-Pain-Harold" wurde András Arató weltberühmt. Was viele nicht wissen: Der Mann ist Ungar.
Nick Wolfinger
11.05.2026, 14:45
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Als "Hide the Pain Harold" ging er um die Welt. Jetzt sorgt András Arató erneut für Aufsehen. Der 80-jährige Ungar, dessen gequältes Lächeln seit Jahren als Internet-Meme bekannt ist, wurde am Samstag mitten in den Feierlichkeiten zum Machtwechsel in Budapest entdeckt.

"Ein großartiger Tag"

Tausende Menschen versammelten sich am Kossuth-Platz vor dem Parlament, um die Vereidigung von Péter Magyar als neuen Regierungschef zu feiern. Damit endete nach Jahren die Ära von Viktor Orbán. Unter den jubelnden Menschen: András Arató – diesmal mit echter Freude im Gesicht.

"Es ist ein sehr wichtiger Tag in der ungarischen Geschichte", sagte Arató gegenüber dem schwedischen Sender SVT. Besonders emotional: Der Pensionist erinnerte sich daran, dass er bereits 1989 am selben Platz stand, als die Republik Ungarn ausgerufen wurde.

"Das ist ein ähnlich wichtiges historisches Ereignis", meinte Arató über das Ende der Orbán-Regierung. "Ich bin sehr froh, dass ich mit 80 Jahren hier sein und sehen kann, wie die Leute jubeln. Es ist ein großartiger Tag für mich."

"Muss Schmerz nicht mehr verstecken"

Der Reporter spielte im Interview auf Aratós Internet-Berühmtheit an: "Jetzt müssen Sie den Schmerz nicht mehr verstecken." Der Ungar antwortete sichtlich bewegt: "Ja, das denke ich auch."

Weltberühmt wurde Arató durch Stockfotos, auf denen er als Arzt, Koch oder Büroangestellter posierte - stets mit einem Lächeln, das eher gequält als glücklich wirkte. Im Netz wurden die Bilder millionenfach geteilt und mit dem Titel "Hide the Pain Harold" zum Kult-Meme.

Anfangs wollte sich der gelernte Elektroingenieur noch gegen die unfreiwillige Berühmtheit wehren. Später akzeptierte er seine Rolle als Internet-Star und machte sogar Vorträge über seine Geschichte.

Der Grund hinter dem traurigen Blick

Der traurige Blick hatte übrigens einen simplen Grund: Arató erklärte einmal, dass er bei den langen Fotoshootings so oft künstlich lächeln musste, bis es irgendwann unfreiwillig gequält aussah.

Somit wurde ausgerechnet der Mann, der jahrelang versteckten Schmerz symbolisierte, zum Gesicht echter Freude über den politischen Umbruch in Ungarn.

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