Ein Paukenschlag im Bezirk St. Pölten: Der Nahversorger in Nussdorf sperrt Ende März endgültig zu. Die Gemeinde musste zuletzt tief in die Tasche greifen.
Der Nahversorger im Ort steht vor dem endgültigen Aus. Verkündet wurde der Entschluss am Wochenende – mittels Info-Video auf dem eigenen Facebook-Kanal von Bürgermeister Patric Pipp (VP).
Hinter dem Schritt steckt eine lange wirtschaftliche Schieflage. Über Jahre hinweg musste die Gemeinde den Betrieb finanziell stützen, um ihn überhaupt aufrechterhalten zu können. Die Verluste stiegen jedoch kontinuierlich an, sodass eine Fortführung zuletzt nicht mehr vertretbar war.
"Der Betrieb ist seit Jahren nicht überlebensfähig. Allein im Jahr 2025 musste die Marktgemeinde 145.000 Euro zuschießen", gibt der Ortschef vor laufender Kamera an. 2026 sollen schon wieder 25.000 Euro in die Fortführung des Geschäfts geflossen sein. Als "Verlustabdeckung" wurde die Summe im Gemeinderat beschlossen, heißt es.
"Ich sage es ganz offen, in den letzten Jahren wurde über eine halbe Million Euro an Steuermitteln aufgewendet, um den Betrieb am Laufen zu halten", so Pipp auf Social Media.
Mit dem Ende von "Nah & Frisch" verliert Nussdorf nicht nur ein Geschäft, sondern auch einen wichtigen Treffpunkt im Ort. Für viele Einwohner bedeutet die Schließung künftig längere Wege für den täglichen Einkauf.
Um die Versorgung dennoch sicherzustellen, arbeitet die Gemeinde an Alternativen. Geplant sind unter anderem Transportmöglichkeiten, damit Bewohner künftig im nahegelegenen Reichersdorf einkaufen können.
Dort bleibt ein Nahversorger bestehen – er soll ab April von der Gemeinde übernommen werden. Der Standort gilt als kleiner und kostengünstiger im Betrieb, auch wenn er aktuell ebenfalls wirtschaftlich unter Druck steht. Zusätzlich will man verstärkt auf regionale Angebote setzen: Beim Obsthof Altenriederer ist ein regelmäßiger Bauernmarkt vorgesehen.