Rattengift im Babybrei, Alarm um kontaminierte Gläser. 38 Tage lang hielt dieser Fall Österreich in Atem. Ein Erpresser forderte von Hipp zwei Millionen Euro in Kryptowährungen.
Am Wochenende dann der Zugriff: Der mutmaßliche Täter, der sechs Hippgläser vergiftet haben soll, wurde in St. Gilgen am Wolfgangsee (Salzburg) gefasst. Das Motiv des 39-Jährigen war laut aktuellen Informationen Rache: Der Verdächtige war selbst jahrelang im mittleren Management bei Hipp in Gmunden tätig, dann verlor er seinen Job, offenbar wurde eine Abteilung im Werk in Gmunden (OÖ) aufgelassen.
Auch eine Scheidung inklusive Rosenkrieg setzte ihm zu, der 39-Jährige lebt getrennt von seinen Kindern.
"Wir haben einen Verdächtigen – er und seine Aussage sind die Grundlage für weitere Erhebungen", sagt Oberstleutnant Helmut Marban von der Landespolizei Burgenland zu "Heute".
"Ob es noch weitere Beteiligte gibt, ist im Fokus der Ermittlungen", sagt er weiter.
Ein wichtiges Puzzlestück wäre das letzte vergiftete Hipp-Glas. Es wurde verkauft und wird seit mehr als einem Monat gesucht, vielleicht liegt es noch in einem Küchenkasten. Marban: "Wir hatten eine sehr breite Informationsoffensive, es könnte auch sein, dass der Käufer des Glases es längst weggeschmissen hat."
Dennoch: "Als Beweis wäre das Glas schon schön, aber wir haben ja das Erste."
Relativ fix ist allerdings, der gesuchte letzte vergiftete Brei ist wohl verdorben: "Das erste Glas hatte eine schleimige Konsistenz, man sieht, dass es verdorben ist – das würde niemand mehr konsumieren."
Jetzt sitzt der Mann in der Justizanstalt Eisenstadt (Burgenland), am Sonntag wurde er erstmals einvernommen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf U-Haft gestellt.