"Ein Krieg gegen den Iran würde dieses Mal einen Flächenbrand in der ganzen Region auslösen", sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Montag in einer Ansprache, die bei Solidaritätskundgebungen für den Iran im Libanon übertragen wurde.
Die Hisbollah und der Iran als ihr Unterstützer seien einer Aggression ausgesetzt, "die nicht zwischen uns unterscheidet", fügte Kassem hinzu. Die Miliz sei nicht neutral und "entschlossen, sich zu verteidigen".
Die USA schickten am Montag ihren Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und Begleitschiffe in den Nahen Osten. Damit solle "die regionale Sicherheit und Stabilität" gefördert werden, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) mit.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche den Druck auf den Iran erhöht und die Verlegung einer "riesigen Flotte" in die Golfregion angekündigt. "Mir wäre es lieber, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau", fügte er mit Blick auf die Führung in Teheran und das brutale Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hinzu.
Das iranische Außenministerium warnte die USA am Montag vor einem Angriff. Ministeriumssprecher Esmail Baghaei sagte, der Iran sei "von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt". Die Ankunft "eines solchen Kriegsschiffes wird die Entschlossenheit (...) des Iran, die iranische Nation zu verteidigen, nicht beeinträchtigen", fügte er mit Blick auf den US-Flugzeugträger hinzu.
Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg eingegriffen. Trump drohte seitdem mehrfach mit einem erneuten militärischen Einsatz im Iran, zuletzt während der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste. Diese hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte Wirtschaftslage im Iran entzündet, weiteten sich in diesem Monat aber rasch zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus.
Die iranischen Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen die Protestbewegung vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana wurden mehr als 5.800 Demonstrierende getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von bis zu 25.000 Toten aus. Die iranischen Behörden meldeten vergangene Woche insgesamt 3.117 Tote bei den Protesten.