Für mehrere hundert Mitarbeiter von Airline Assistance Switzerland (AAS) wird die Zeit knapp. In rund zwei Monaten übernimmt Joint Sky Services die Bodenabfertigung am Flughafen Wien. Ob und wie viele Beschäftigte zum neuen Anbieter wechseln können, ist weiterhin offen. AAS hat deshalb inzwischen die gesamte Belegschaft beim Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet – das berichtet das Luftfahrtmagazin "Austrian Wings".
Die Mitarbeiter bangen bereits seit Monaten um ihre berufliche Zukunft. Ende Oktober verliert das Schweizer Unternehmen AAS seine Tätigkeit als Bodenabfertiger am Flughafen Wien. Den Zuschlag erhielt die Joint Sky Services GmbH aus Eisenstadt, heißt es in dem Bericht des Luftfahrtmagazins.
Ende Juli hatte Joint-Sky-Services-Geschäftsführer Martin Stift erklärt, dass eine Übernahme der AAS-Beschäftigten "geplant wäre", allerdings "entsprechend je nach möglicher Übernahme der Aufträge", berichtet "Austrian Wings".
Eine verbindliche Zusage, wie viele Mitarbeiter tatsächlich übernommen werden, gibt es laut dem vorliegenden Bericht weiterhin nicht.
Joint Sky Services wurde rechtzeitig vor der Ausschreibung gegründet und hat seinen Firmensitz in einem Wohnhaus in Eisenstadt. Beim damaligen Lokalaugenschein von Austrian Wings seien dort weder ein richtiges Firmenschild noch der Firmenname auf der Klingel zu finden gewesen.
Stift ist hauptberuflich Referatsleiter in der burgenländischen Landesregierung und war 2024 Büroleiter des burgenländischen Landtages. Die Vorgänge rund um die Firmengründung und die Vergabe seien, soweit bekannt, rechtlich einwandfrei, schreibt "Austrian Wings".
Bei der AAS-Belegschaft wächst unterdessen die Nervosität. Ende Oktober soll der Wechsel vollzogen werden, Klarheit über die Zukunft der Beschäftigten fehlt aber weiterhin.
"Das zehrt an unseren Nerven, manche von uns können kaum noch schlafen, sie sind fertig", schildert eine junge AAS-Angestellte die Stimmung gegenüber dem Luftfahrtmagazin. Gleichzeitig sucht Joint Sky Services auf der eigenen Internetseite nach neuen Mitarbeitern.
Nun verschärft ein weiterer Schritt die Sorgen. AAS hat seine Mitarbeiter über das Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet. Der Betriebsrat versuche zwar weiterhin, eine Lösung zu erreichen. Für eine betroffene Mitarbeiterin ist die Situation dennoch kaum nachvollziehbar.
"Unser Betriebsrat sagt zwar, dass er ,zuversichtlich' ist, eine Lösung zu finden aber ich finde es von Joint Sky Services eine Riesensauerei wie man uns zittern lässt. Das wirkt total unprofessionell", sagt sie gegenüber "Austrian Wings".
In rund zwei Monaten soll Joint Sky Services die Bodenabfertigung übernehmen. Für mehrere hundert AAS-Mitarbeiter bleibt bis dahin die entscheidende Frage offen: Wer kann seinen Arbeitsplatz am Flughafen behalten?