Der Waffel-Hersteller Josef Manner & Comp. AG hat schwer mit der aktuellen Wirtschaftslage zu kämpfen. Im ersten Halbjahr 2026 rutschte das Betriebsergebnis (EBIT) mit 664.000 Euro ins Minus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch knapp 3,9 Millionen Euro Gewinn in den Büchern standen.
Unterm Strich bleibt für die ersten sechs Monate sogar ein Periodenverlust von 2,15 Millionen Euro. Auch der Umsatz ging leicht um 0,9 Prozent auf 138,1 Millionen Euro zurück. Insgesamt verkaufte das Unternehmen 23.614 Tonnen Süßwaren, 4,1 Prozent weniger als 2025.
Der Hauptgrund für den Absturz liegt bei den extremen Rohstoffpreisen. Kakaoprodukte bleiben die mit Abstand teuerste Rohstoffgruppe für Manner. Zwar beruhigten sich die historischen Höchststände an den Weltmärkten zuletzt etwas, doch das hilft den Wienern aktuell nicht: Weil sich das Unternehmen bereits 2025 über Vorwärtsdeckungen absicherte, schlagen die nun niedrigeren Marktpreise heuer nicht durch.
Dazu kommen kräftige Gehaltserhöhungen. Die Personalkosten kletterten durch hohe tarifliche Lohn- und Gehaltsanpassungen auf 32,2 Millionen Euro. Auch geopolitische Konflikte wie jener im Nahen Osten belasten die Produktion, da sie für Preissteigerungen beim Verpackungsmaterial sorgen.
Um gegen den Trend anzukämpfen, setzt Manner auf Neuheiten wie die "Manner Crunchies" im Standbeutel für jüngere Zielgruppen. Zusätzlich sind für Herbst neue Casali- und Schoko-Banane-Varianten geplant. Ab November soll dann mit "Rosa Winterspaß" eine Winterpromotion für mehr Interesse an Manner-Produkten sorgen.
Für das restliche Jahr 2026 bleibt das Management insgesamt pessimistisch. Man rechnet weiterhin mit enormem Margendruck durch teure Rohstoffe wie Kakao, Haselnüsse sowie Kokosfette. Aus heutiger Sicht geht der Vorstand deshalb auch für das Gesamtjahr von einem Rückgang der Umsatzerlöse und einem geringeren Betriebsergebnis als 2025 aus.