Die hohen Schokoladenpreise schlagen sich erstmals deutlich in den Geschäftszahlen nieder. Der Schweizer Premiumhersteller Lindt & Sprüngli hat seine Produkte im ersten Halbjahr weltweit um 11,8 Prozent verteuert. Viele Kunden griffen daraufhin seltener zu: Der Absatz ging um 7,5 Prozent zurück.
Finanziell steht der Konzern dennoch weiterhin ganz gut da. Lindt setzte in den ersten sechs Monaten 2,33 Milliarden Franken um – umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn lag bei 260 Millionen Franken (rund 280 Millionen Euro), unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 192 Millionen Franken (rund 207 Millionen Euro).
Gegenüber dem Vorjahr fiel die Entwicklung allerdings deutlich schwächer aus: Der Umsatz ging in Schweizer Franken um 0,9 Prozent zurück, der operative Gewinn legte nur um 0,4 Prozent zu, der Reingewinn stieg um 1,5 Prozent.
Dass die Kassen trotz rückläufiger Verkäufe gut gefüllt blieben, liegt an den Preiserhöhungen. Diese seien notwendig gewesen, um die massiv gestiegenen Kosten – vor allem für Kakao – aufzufangen, argumentiert das Unternehmen. Gleichzeitig räumt Lindt ein, dass die höheren Preise zusammen mit der gedämpften Konsumstimmung die Nachfrage gebremst hätten.
Vor allem Europa entwickelte sich enttäuschend. Hier schrumpfte das Geschäft um 2,1 Prozent. Lindt nennt dafür auch ein schwächeres Ostergeschäft sowie den Rückgang von Touristen aus Asien und dem Nahen Osten als Grund. Besonders in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien spürte der Schokoladenhersteller den stärkeren Preisdruck.
Ganz anders lief es außerhalb Europas. In Nordamerika legte das Geschäft um 12,7 Prozent zu. Rückenwind gab es dort etwa durch den Boom bei Premium-Schokolade und den Erfolg der neuen Dubai-Style-Produkte. Auch in Australien, China und Japan wuchs Lindt kräftig.
Weil die höheren Preise viele Kunden abgeschreckt haben, will Lindt nun gegensteuern. Das Unternehmen kündigt gezielte Preisanpassungen in einzelnen Märkten sowie verstärkte Werbe- und Marketingmaßnahmen an. Ziel ist es, die Verkaufszahlen noch heuer wieder zu stabilisieren und 2027 wieder stärker zu wachsen.
Lindt hält trotz der schwächeren Entwicklung an seinen Wachstumszielen fest. Die Halbjahreszahlen zeigen aber deutlich: Selbst treue Schoko-Fans akzeptieren kräftige Preiserhöhungen nicht unbegrenzt.