Für viele beginnt ohne Kaffee gar nichts. Doch ausgerechnet die Art der Zubereitung könnte für den Körper einen Unterschied machen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Chongqing Medical University und der Shandong Second Medical University in China.
Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie die Gesundheitsdaten von 49.414 Teilnehmern der britischen UK Biobank aus und verglichen die Wirkung verschiedener Kaffee-Arten mit mehreren anerkannten Biomarkern der biologischen Alterung.
Das Ergebnis fiel überraschend deutlich aus: Wer überwiegend Filterkaffee trank, zeigte im Schnitt Anzeichen einer langsameren biologischen Alterung. Bei Instantkaffee war hingegen das Gegenteil der Fall. Vor allem Teilnehmer, die täglich mehr als drei Tassen Instantkaffee konsumierten, wiesen ungünstigere Werte bei den untersuchten Alterungsmarkern auf.
Die Forscher betrachteten dabei nicht das tatsächliche Lebensalter, sondern die sogenannte biologische Alterung. Dafür nutzten sie mehrere wissenschaftlich etablierte Messmethoden, darunter Blutmarker und die Länge der Telomere – Schutzkappen an den Chromosomen, die als Hinweis auf die Zellalterung gelten.
Warum sich Filter- und Instantkaffee unterscheiden, ist noch nicht endgültig geklärt. Nach Ansicht der Autoren könnten die unterschiedlichen Inhaltsstoffe und die Art der Verarbeitung eine Rolle spielen. Filterkaffee enthält mehr bestimmte Pflanzenstoffe wie Chlorogensäuren, während beim Brühen zugleich Stoffe herausgefiltert werden, die den Stoffwechsel ungünstig beeinflussen könnten. Außerdem fanden die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass Entzündungs- und Stoffwechselprozesse einen Teil des Zusammenhangs erklären könnten.
Die Autoren mahnen allerdings zur Vorsicht. Die Untersuchung zeigt lediglich einen Zusammenhang und beweist nicht, dass Instantkaffee tatsächlich schneller altern lässt oder Filterkaffee den Alterungsprozess bremst. Auch Lebensstil, Ernährung oder andere Gewohnheiten könnten die Ergebnisse beeinflusst haben.