Ein aggressiver Schädling aus den Tropen sorgt in Mitteleuropa für Alarm: Die Baumwollkapseleule breitet sich rasant nach Norden aus - und macht auch vor Österreich nicht Halt. Besonders gefährlich: Die nachtaktiven Raupen bohren sich in Stängel und Früchte, wo sie nicht mehr bekämpft werden können.
In der Schweiz richteten die Killer-Raupen bereits großen Schaden an. Sie fressen sich durch Tomaten, Mais und Salat - mehr als 100 Pflanzenarten stehen auf ihrem Speiseplan. Ganze Gemüsekulturen wurden dort schon vernichtet. Um gegenzusteuern, haben die Eidgenossen bereits Überwachungsfallen aufgestellt.
Auch in Österreich ist der Schädling längst angekommen. Laut europäischer Pflanzenschutzorganisation EPPO wurde die Art erstmals 2003 in Österreich festgestellt, etwa in Niederösterreich und der Steiermark. In einer Analyse wird Österreich als eines der Länder genannt, in denen die Art zwar vorkommt, aber (noch) weniger stark verbreitet ist - im Gegensatz zu Süd- und Südosteuropa.
Die Baumwollkapseleule stammt ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen. In Europa tritt sie vor allem als Wanderfalter auf und erreicht mit günstiger Wetterlage selbst nördliche Gebiete – etwa Skandinavien oder die Britischen Inseln.
"Ein Weibchen kann über 2.000 Eier legen. Wenn sich die Art einmal an unsere klimatischen Bedingungen anpasst, droht eine dauerhafte Population", warnt der deutsche Landwirtschafts-Experte Olaf Zimmermann vom LTA. Schon jetzt überwintern die Insekten in Ungarn - die Alpen sind für die Tiere kein Hindernis.
Der Klimawandel beschleunigt die Ausbreitung weiter. Für die Landwirtschaft könnte das teuer werden, denn die Baumwollkapseleule macht auch vor Flächenkulturen wie Mais und Gemüse nicht Halt. Die Bekämpfung ist zudem nur in einem kurzen Zeitfenster möglich: Sobald die Raupen am Stängel sitzen, gibt es kaum noch Chancen.