Die Erschütterung sitzt tief: Eine 54-jährige Mühlviertlerin starb, nachdem sie mit starken Brustschmerzen ins Klinikum Rohrbach gebracht worden war. Die Diagnose – ein lebensgefährlicher Riss in der Hauptschlagader. Doch die Frau konnte nicht mehr in eine Spezialklinik verlegt werden: Mehrere Spitäler wurden angefragt, hatten aber keine Kapazitäten.
Der tragische Fall löste landesweit Entsetzen aus – und massiven Druck auf die Verantwortlichen. In den vergangenen Tagen wurde die Forderungen nach einer raschen Sondersitzung des Aufsichtsrats der OÖ-Gesundheitsholding (OÖG) immer lauter.
Die OÖG versuchte, zu beruhigen: Man nehme den Vorfall sehr ernst, die Aufarbeitung sei bereits eingeleitet worden. Einig sind sich alle in einem: So etwas dürfe nicht wieder geschehen. Doch ein Insider zeichnete gegenüber "Heute" ein düsteres Bild für die Zukunft.
Ursprünglich habe es am Linzer Kepler-Uniklinikum für Orthopädie und Traumatologie fünf Operationssäle gegeben, "zuletzt waren es drei, jetzt sind es eineinhalb". Mögliche Auswirkungen: Werden zum Beispiel Kinder nicht rasch behandelt, "drohen Entwicklungsverzögerungen".
Der Branchenkenner ist sich sicher: "Das ist nichts, das plötzlich entstanden ist. Man hätte schon lange gegensteuern können." Aber: "Offenbar ist das aber nicht im ausreichenden Maß passiert." Das zeige sich u.a. im Personalmangel.
Deswegen wurden zum Beispiel im Linzer Kepler-Klinikum die planbaren OPs deutlich zurückgefahren. Man wolle die personellen Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen, hieß es von der Führung. Infolgedessen würden sich die Eingriffe auf andere Spitäler verlagern, so der Insider: "Auf eine Knieprothese wartet man zum Beispiel bei den Barmherzigen Schwestern aktuell 87 Wochen."
Ein weiterer Knackpunkt: Probleme wie der Personalmangel würden den eigentlich so wichtigen Job für den Nachwuchs nicht gerade attraktiv machen: "Junge Ärzte springen möglicherweise ab, weil sie zu wenig praktische Erfahrungen sammeln können."