Damit Gelsen ihre Eier entwickeln können, brauchen sie das Blut von Wirbeltieren. Kein Wunder also, dass sie auch uns Menschen ins Visier nehmen. Besonders jetzt, wenn der Regen wieder da ist, werden viele von uns regelrecht zerstochen. Für die, die ständig gestochen werden, ist das natürlich eine Plage – für die Forschung aber hochinteressant. Wie "20 Minuten" berichtet, gibt es dabei spannende neue Erkenntnisse.
Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass verschiedene Gelsenarten ganz unterschiedliche Menschen bevorzugen.
Für die Studie hat das Team rund um den Neurogenetiker Matthew DeGennaro von der Florida International University 119 Freiwillige gesucht, die sich ohne Schutz drei verschiedenen Gelsenarten ausgesetzt haben: der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) und der Südlichen Hausmücke (Culex quinquefasciatus). Diese drei Arten können unter anderem Dengue, Zika, Gelbfieber oder das West-Nil-Virus übertragen.
Das Ergebnis: Keine der Versuchspersonen wurde von allen drei Arten gleich oft gestochen. Offenbar hat jede Art ihre eigenen Vorlieben.
Die Forscher geben zu, dass sie mit diesem Ergebnis nicht gerechnet haben. "Dass jede Art über eine spezifische mikrobielle Signatur verfügt, die sie als Orientierung nutzt, hat mich sehr überrascht", sagt Co-Autorin Kaylee Marrero.
Laut dem Team könnten die Erkenntnisse die weltweite Bekämpfung von Gelsenkrankheiten grundlegend verändern: Weil jede Art den menschlichen Geruch anders wahrnimmt, könnten die Ergebnisse Forschern weltweit helfen, neue, artspezifische Gelsenabwehrmittel zu entwickeln.
Wie wichtig das ist, zeigt auch eine weitere Studie: Sie hat nämlich ergeben, dass der bisherige Goldstandard bei Gelsenabwehr – Mittel mit DEET – manchmal sogar Gelsen anlocken könnte, weil sie gelernt haben, den Geruch zu mögen.
Die aktuelle Studie ist im Fachjournal "iScience" erschienen.