Was Experten jetzt raten

Gelsen werden plötzlich von Gelsensprays angezogen

Du sprühst dich brav mit Mückenschutz ein und wirst trotzdem von den Gelsen gestochen. Warum, haben jetzt französische Forscher herausgefunden.
Heute Life
17.06.2026, 08:31
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Gelsenstiche sind nicht nur lästig, sondern die Tiere können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Viele greifen deshalb zu Sprays mit Deet, weil sie als besonders wirksam gelten. Aber: Einen kompletten Schutz bieten diese Mittel nicht, wie eine im "Journal of Experimental Biology" veröffentlichte Studie zeigt.

Das liegt daran, dass Gelsen den Geruch mit der Zeit sogar anfangen zu mögen, sagen Forscher der Universität Tours in Frankreich.

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Warum Deet Gelsen anzieht, statt sie fernzuhalten

"Stechmücken (Aedes aegypti) werden von Deet angelockt, wenn sie zuvor gelernt haben, dessen Geruch mit Nahrung zu verbinden", erklärt das Team rund um Claudio R. Lazzari. Besonders dann, wenn die aufgetragene Menge nachlässt. Das konnte nun erstmals nachgewiesen werden. "Wir wussten, dass Deet seine Wirkung als Repellent verliert, wenn Gelsen immer wieder damit in Kontakt kommen, aber ob es sogar anziehend wirken kann, wurde bisher nicht getestet", so Lazzari.

„Ob es sogar anziehend wirken kann, wurde bisher nicht getestet.“

So lief der Versuch mit Blut und Deet ab

Die Forscher arbeiteten ähnlich wie der berühmte Pawlow mit seinen Hunden: Sie fütterten Gelsen im Labor mit warmem Blut und sprühten sie danach mit Deet ein. Das Ganze wiederholten sie dreimal. Das Ergebnis: Über 60 Prozent der Tiere versuchten zu stechen, sobald sie den Deet-Geruch wahrnahmen. In einem weiteren Test konnten die Gelsen zwischen zwei menschlichen Händen wählen – eine unbehandelt, eine mit Deet. Untrainierte Gelsen mieden die behandelte Hand, trainierte wurden davon sogar angelockt.

"Bisher ging man allgemein davon aus, dass Repellents durch ihre chemische Zusammensetzung wirken – dass Deet für Gelsen einfach unangenehm riecht und sie deshalb verschwinden oder dass die Chemikalie verhindert, dass sie uns riechen", sagt Co-Autor Clément Vinauger von der Virginia Tech University.

"Wir zeigen jedoch, dass das Gehirn der Gelse diese Reaktion durch Erfahrung umprogrammieren kann. Was das Insekt gelernt hat, ist genauso wichtig wie die Wirkung der Chemikalie. Das ist, denke ich, ein Paradigmenwechsel."

Was heißt das jetzt für dich?

Bis jetzt galten Deet-haltige Mittel als Goldstandard beim Schutz vor Gelsen. Daran ändert sich laut den Forschern nichts. "Wenn Sie sich in tropischen Regionen aufhalten, wo ein reales Krankheitsrisiko besteht, sollten Sie es verwenden", rät Vinauger. Neu ist aber: Zeitpunkt und Konzentration spielen vielleicht eine größere Rolle als gedacht. "Statt viel auf einmal aufzutragen, sollte man lieber regelmäßig nachsprühen, damit der Schutz immer aktiv bleibt", empfiehlt Vinauger.

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