Der ORF muss deutlich stärker sparen als bisher bekannt. Bis zu 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten das Unternehmen bis 2029 verlassen. Der Sparplan soll alle Abteilungen betreffen. Auch das Aus für ORF III wird konkreter. Ein Brief von Generaldirektorin Ingrid Thurnher an die Belegschaft zeigt, wie tief die Einschnitte gehen könnten – "Heute" berichtete:
Bei der Marketing-Tochter OMC sollen der ORF-Shop und die Abteilung "ORF-Stars" eingestellt werden. Dadurch fallen laut den bisherigen Plänen 20 Dienstposten weg. Die OMC organisiert unter anderem den Verkauf von Fanartikeln und vermittelt ORF-Persönlichkeiten für Veranstaltungen.
Thurnher kündigt weitere harte Maßnahmen an. Zahlungen an Pensionskassen sollen ausgesetzt, Mehrdienstleistungen und Pauschalen streng begrenzt und sämtliche Zusatzzahlungen überprüft werden. Auch Nulllohnrunden stehen im Raum. Nicht alle derzeit Beschäftigten würden ihren Arbeitsplatz behalten können, schreibt die ORF-Chefin.
"Das Publikum wird es spüren", warnt sie. Bei einer Sondersitzung des ORF-Finanzausschusses am Donnerstag wurde laut "Kronen Zeitung" erstmals eine konkrete Größenordnung genannt: Zwischen 200 und 250 Beschäftigte sollen bis 2029 gehen. Die Einsparungen dürften damit weit über einzelne Abteilungen hinausreichen.
Auch die Pläne, ORF III vollständig einzustellen, statt den Sender ins Haupthaus zu integrieren, werden konkreter. Endgültig beschlossen sind die Maßnahmen allerdings noch nicht. Der finanzielle Druck dürfte weiter wachsen. Für 2027 drohen dem ORF Einbußen von bis zu 30 Millionen Euro, in den Folgejahren könnte das Defizit noch größer werden.
Das Budget für 2027 soll am 26. November vom ORF-Stiftungsrat beschlossen werden. Der künftige Generaldirektor Clemens Pig muss das Sparprogramm anschließend schultern.