Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) bricht in der Nacht auf Montag zu einer mehrtägigen China-Reise auf. Begleitet wird er von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), WKÖ-Vizepräsident Wolfgang Hesoun und Vertretern zahlreicher österreichischer Unternehmen.
Mit dem Besuch will die Bundesregierung die diplomatischen Beziehungen zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vertiefen, europäische Interessen vertreten und neue Geschäftsmöglichkeiten für heimische Betriebe ausloten.
Erste Station ist die Millionenmetropole Shanghai. Dort wird Stocker unter anderem an der internationalen Importmesse China International Import Expo teilnehmen.
Besonders Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer hat große Erwartungen an die Reise. Er will neue Aufträge für österreichische Unternehmen an Land ziehen. Mit dabei sind Vertreter namhafter Betriebe wie AVL List, Magna, Doppelmayr, voestalpine und RHI Magnesita.
Das wirtschaftliche Potenzial ist beträchtlich: Laut Hattmannsdorfer könnten österreichische Unternehmen bis 2030 zusätzliche Exportmöglichkeiten im Wert von 5,4 Milliarden Euro erschließen.
Derzeit besteht allerdings ein deutliches Ungleichgewicht im Handel mit China. Im Vorjahr importierte Österreich Waren im Wert von 17,5 Milliarden Euro aus der Volksrepublik. Dem standen österreichische Exporte von lediglich fünf Milliarden Euro gegenüber.
Der politische Höhepunkt der Reise steht für Freitag auf dem Programm. In Peking wird Bundeskanzler Stocker von Chinas Staatspräsident Xi Jinping empfangen. Auch Gespräche mit Premierminister Li Qiang sind geplant.
Dabei sollen neben den bilateralen Beziehungen auch europäische Interessen im Mittelpunkt stehen. Für Österreich geht es darum, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China auszubauen und gleichzeitig die politischen Beziehungen zu pflegen.
Am Samstag soll die österreichische Delegation wieder in die Heimat zurückkehren.