EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Ausstieg aus Atomkraft vor wenigen Tagen als "Fehler" und will mit EU-Geldern die Entwicklung von Atomreaktoren ankurbeln.
Die österreichische Position dazu bleibt unverändert: Atomenergie sei teuer, nicht nachhaltig und riskant, betonen Bundeskanzler Christian Stocker und Umweltminister Norbert Totschnig (beide ÖVP) am Montag.
"Die Frage der Atomkraft ist in Österreich seit der Volksabstimmung längst beantwortet. Wir setzen statt Atomenergie auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Österreich nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Wir sehen erneuerbare Energien auch als den Weg für Europa", stellt der Kanzler klar.
Trotz des sehr hohen Anteils an erneuerbarer Energie seit der Strompreis in Österreich zu teuer. "Günstige Produktionskosten müssen auch tatsächlich bei den Menschen in Österreich ankommen", so Stocker weiter.
Dafür wolle er sich auch am Donnerstag beim Europäischen Rat in Brüssel einsetzen. Von der Leyen sei dringend gefordert, machbare Vorschläge zur Minderung des Preisdrucks zu liefern.
Totschnig bekräftigt: "Unsere ablehnende Position bleibt aufrecht. Die tragischen Unglücke in Tschernobyl und Fukushima haben der ganzen Welt vor Augen geführt, wie gefährlich Atomkraft ist. Diese Gefahr darf nicht ignoriert werden und für kleine Atomkraftwerke müssen jedenfalls dieselben hohen Sicherheitsanforderungen gelten, wie für große Kernkraftwerke."
Österreich sei international Vorbild beim Ausbau der nachhaltigen Energie, insbesondere der Wasserkraft. "Diesen rot-weiß-roten Erfolgsweg wollen und werden wir weitergehen", schließt der Umweltminister.