Nix für Klaustrophobe

Kennst du's? In diesen Geschäften fühlen wir uns unwohl

Wareninseln sollen zum Kauf verleiten, doch eine Studie zeigt das Gegenteil: Zu viele Produkte im Gang können Kunden abschrecken – sie kaufen weniger.
Heute Life
24.04.2026, 21:10
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Was eigentlich den Umsatz steigern soll, könnte genau das Gegenteil bewirken: Zusätzliche Warenkörbe und "Wareninseln" im Supermarktgang können Kunden eher abschrecken als zum Kauf animieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Innsbruck.

Weniger Produkte – mehr Umsatz

Der Tiroler Forscher Mathias Streicher untersuchte in einem realen Supermarkt, wie sich solche Zusatzplatzierungen auf das Kaufverhalten auswirken.

Zunächst standen in einem Gang fünf Wareninseln. Danach wurden sie entfernt – und die Verkäufe erneut gemessen.
Das überraschende Ergebnis: Der Umsatz stieg um rund 11,5 Prozent, obwohl weniger Produkte angeboten wurden.

Enge schreckt Kunden ab

Ein möglicher Grund: die räumliche Enge.
Vor allem Kunden mit Einkaufswagen reagierten sensibel darauf. Ohne zusätzliche Wareninseln blieben sie häufiger stehen, griffen öfter zu Produkten und interagierten mehr mit dem Sortiment. Und genau das ist entscheidend: Wer Produkte in die Hand nimmt, kauft sie mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Mehr Kontakt, mehr Kauf

Die Studie zeigt deutlich:

  • Die Zahl der Produktkontakte stieg stark an
  • Auch die sogenannte "Stopprate" nahm zu: Kunden blieben öfter bei Produkten stehen

Kunden beschäftigten sich also intensiver mit den angebotenen Waren.

Psychologischer Effekt

Ein weiterer Faktor ist die Wahrnehmung: Zu enge Gänge können das Gefühl von Kontrolle reduzieren – und damit auch die Kaufbereitschaft. Laborexperimente deuten darauf hin, dass sich Kunden in beengten Situationen weniger wohl fühlen und schneller weitergehen.

Weniger ist oft mehr

Wareninseln sind nicht grundsätzlich schlecht – aber ihr Einsatz will gut überlegt sein.

Entscheidend ist:

  • genügend Platz im Gang
  • gezielte Platzierung
  • kein Gefühl von Enge

Forscher Streicher bringt es auf den Punkt: "Weniger ist manchmal mehr."
Für Supermärkte bedeutet das: Ein aufgeräumtes Einkaufserlebnis kann am Ende mehr Umsatz bringen als volle Gänge.

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