Vernichtendes Zeugnis

KI an Schulen – Eltern rechnen mit Regierung ab

Österreichs Eltern kritisieren den Umgang mit KI an Schulen. Nur 24 Prozent sind mit den Maßnahmen der Regierung zufrieden.
02.11.2026, 14:48
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Österreichs Eltern stellen dem Schulsystem beim Umgang mit künstlicher Intelligenz ein schlechtes Zeugnis aus. Das geht aus dem aktuellen "GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026" hervor.

Für die Untersuchung wurden in sechs europäischen Ländern insgesamt 3.001 Eltern, ebenso viele Kinder zwischen acht und 16 Jahren sowie 300 Lehrkräfte befragt. In Österreich nahmen jeweils 500 Eltern und Kinder teil.

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Nur jeder Vierte vertraut der Politik

Besonders deutlich fällt die Kritik an der Politik aus: Lediglich 24 Prozent der österreichischen Eltern sind der Meinung, dass die Regierung ausreichend für klare Regeln zum KI-Einsatz an Schulen unternimmt.

Damit liegt Österreich unter allen sechs untersuchten Ländern auf dem letzten Platz. Im europäischen Durchschnitt sind immerhin 37 Prozent dieser Ansicht.

Anteil der Eltern, die zustimmen, dass die Regierung genug für klare KI-Regeln an Schulen tut - internationaler Vergleich.
GoStudent

Schüler geben KI-Texte als eigene Arbeit ab

Auch die Schulen kommen nicht gut weg. Sechs von zehn Eltern in Österreich finden, dass Bildungseinrichtungen unzureichend auf die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz reagieren. Ähnlich kritisch fällt die Einschätzung nur in Italien aus.

Während KI-Programme bereits für schulische Aufgaben verwendet werden, fehlt vielen Kindern offenbar die entsprechende Anleitung. 43 Prozent der befragten österreichischen Schüler haben nach eigenen Angaben noch nie Unterricht zum Umgang mit KI-Werkzeugen erhalten. Nur 15 Prozent berichten von einer strukturierten Unterrichtsstunde zu diesem Thema.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, wie selbstverständlich KI bei Hausaufgaben und anderen schulischen Arbeiten eingesetzt wird. 65 Prozent jener österreichischen Schüler, die KI für die Schule nutzen, geben an, bereits KI-generierte Inhalte als eigene Leistung abgegeben zu haben. Über alle sechs Länder hinweg liegt dieser Anteil bei 68 Prozent.

Auch Eltern fühlen sich überfordert

Nicht nur die Schulen stehen vor Herausforderungen. Auch viele Eltern sind zunehmend unsicher, wie sie ihre Kinder beim Einsatz künstlicher Intelligenz unterstützen sollen.

In Österreich trauen sich lediglich 44 Prozent zu, die KI-Nutzung ihres Kindes zu Hause sicher zu begleiten. Länderübergreifend ist dieser Wert innerhalb eines Jahres von 61 auf 50 Prozent gesunken.

Neue KI-Lehrpläne sorgen für Diskussionen

Die Ergebnisse erscheinen mitten in einer Debatte über die Zukunft des Unterrichts. Ab Herbst 2027 sollen in der AHS-Oberstufe neue Lehrpläne gelten. Dabei ist vorgesehen, die Beschäftigung mit künstlicher Intelligenz über den Informatikunterricht hinaus auszuweiten.

Doch die geplante Umstellung stößt auf Kritik. AHS-Lehrergewerkschafter Georg Stockinger (FCG) bezeichnete die Umsetzung im Oktober gegenüber der APA als "nicht mehr seriös umsetzbar".

red, 02.11.2026, 14:48
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