"Wenn auch die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin sehr herausfordernd ist, so gibt es doch erste, leichtpositive Signale am Arbeitsmarkt: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit flacht sich ab, und in einzelnen Branchen sowie regional sehen wir bereits rückläufige Zahlen. Das ist eine ermutigende Entwicklung, auch wenn wir noch nicht von einer Trendwende sprechen können. Entscheidend ist, dass aus diesen ersten Lichtblicken eine nachhaltige Verbesserung wird. Daher ist eine aktive Arbeitsmarktpolitik weiterhin gefordert, insbesondere für Gruppen, bei denen diese Erholung noch nicht zu sehen ist", analysiert Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann.
Werden Arbeitslose und AMS Schulungsteilnehmende zusammengenommen, sind konkret in einzelnen Branchen, insbesondere im Bau (-1,3 Prozent), im Tourismus (-1,9 Prozent) und in der Arbeitskräfteüberlassung (-0,9 Prozent), sowie regional in Wien (-2,8 Prozent) rückläufige Arbeitslosenzahlen zu beobachten. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Situation in Teilen des Arbeitsmarktes allmählich etwas entspannt.
Auch die weiterhin leicht steigende Beschäftigung (+0,1 Prozent im September sowie geschätzt im Oktober 2026) unterstützt diese Prognose. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich auch etwas abgeflacht: Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden ist im Oktober 2026 im Vergleich zum Vorjahr um lediglich +0,5 Prozent auf insgesamt rund 390.000 gestiegen. Um den leicht positiven Trend nachhaltig zu verfestigen, sind weiterhin verstärkte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, insbesondere für Frauen, Ältere und Langzeitbeschäftigungslose notwendig.
Auch die österreichische Wirtschaft ist nach zwei Jahren der Rezession im Jahr 2025 mit +0,7 Prozent stärker gewachsen als ursprünglich angenommen. Damit ist die Ausgangslage für die Konjunkturprognosen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Höhere Studien im Oktober 2026 eine leicht positivere als noch in der April-Prognose. Beide Institute gehen von einem BIP-Wachstum 2026 im Ausmaß von +0,9 Prozent bzw. +0,8 Prozent aus.
Trotz der leicht positiven Tendenzen, liegt die Arbeitslosigkeit Ende Oktober weiterhin um +3.990 (+1,3 Prozent auf 314.499) über dem Wert von 2025. Die Register-Arbeitslosenquote beträgt 7,3 Prozent (+0,1 Prozent-Punkte gegenüber Oktober 2025). Die Beschäftigung steigt gegenüber dem Vorjahr (geschätzt +6.000 Beschäftigungsverhältnisse).
Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr blieb über die letzten Monate annähernd stabil, verringert, d.h. verbesserte sich im Oktober jedoch leicht. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im Oktober 2026 den Gesamtwert von 389.941 (+1.823 gg dem Vorjahr).
Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöht sich im Oktober um +4,3 Prozent, während die Arbeitslosigkeit der Männer leicht sinkt (-1,3 Prozent).
Die Jugendarbeitslosigkeit stagniert Ende Oktober 2026 wieder mit +35 (oder +0,1 Prozent).
Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden steigt jedoch deutlich (+12,6 Prozent oder +1.242), während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Lehrstellen (-193) gegenüber dem Vorjahr sinkt. Die Lehrstellenlücke beträgt somit -4.347 Stellen.
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Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sinkt leicht um -1,9 Prozent, während sich die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen mit +3,5 Prozent erhöht.
Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate steigt, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status Arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf 104.441 (+9.965 oder +10,5 Prozent). Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei einem Drittel.
Die Bestandszahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sinkt Ende Oktober 2026 gegenüber dem Vorjahr um -3,4 Prozent auf 73.733. Der Zugang an offenen Stellen beim Arbeitsmarktservice ist im Oktober mit -6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ebenfalls sinkend (-3.016).
Gerade im Tourismus zeigt sich, dass der Arbeitsmarkt sowohl die Vermittlung heimischer Arbeitskräfte als auch Lösungen für saisonale Personalspitzen erfordert. Mit der neuen Saisonkontingentregelung für die Jahre 2027 und 2028 wird dabei ein klares arbeitsmarktpolitisches Signal gesetzt: Das Saisonierkontingent wird auf 6.250 Saisonarbeitskräfte festgelegt. Das entspricht einer Reduktion um 21,875 Prozent gegenüber dem bisherigen Kontingent. Damit wird dem Vorrang heimischer Arbeitssuchender Rechnung getragen.
Die neue Regelung gilt für zwei Jahre, wobei die Flexibilität zwischen den Bundesländern gewahrt bleibt. Damit erhalten die Betriebe Planungssicherheit, während gleichzeitig auf regionale Unterschiede und saisonale Bedarfsspitzen Rücksicht genommen werden kann.
Arbeitsministerin Korinna Schumann betont die Bedeutung einer ausgewogenen Arbeitsmarktpolitik: "Unser Ziel ist ein Arbeitsmarkt, der Chancen für Menschen schafft und gleichzeitig auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Betriebe eingeht. Saisonarbeitskräfte können dort einen wichtigen Beitrag leisten, wo der zusätzliche Personalbedarf nicht aus dem verfügbaren Arbeitskräftepotenzial im Inland gedeckt werden kann. Dabei ist klar: Die Vermittlung heimischer Arbeitskräfte hat Vorrang. Ebenso wichtig sind faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen."