Die Sabotage einer Kletterroute von FPÖ-Chef Herbert Kickl hat ein gerichtliches Nachspiel! Am Donnerstag (22. Oktober) muss sich ein Mann am Bezirksgericht Bruck an der Mur wegen Diebstahls und Sachbeschädigung verantworten.
Er soll im März 2025 zahlreiche Sicherungshaken an der Route "Geheimer Schwob" am steirischen Hochschwab entfernt haben. Laut Gericht ist der Angeklagte grundsätzlich geständig. Die Route war 2020 von Kickl gemeinsam mit zwei weiteren Bergsteigern erstmals begangen und mit Sicherungshaken ausgestattet worden. Im März des Vorjahres tauchten dann Bilder einer Sabotageaktion auf, die für heftige politische Aufregung sorgten.
Auf einer linken Internetplattform bekannten sich Aktivisten zu der Aktion. Sie wollten sich damit gegen Kickls politische Ideologie stellen. Auf der Website war unter anderem davon die Rede, "Faschisten aus dem Gebirge jagen" zu wollen. Dem FPÖ-Chef wurde vorgeworfen, den Hochschwab mit seiner Erstbegehung zur politischen Selbstinszenierung zu missbrauchen.
Laut Anklage soll der nun Beschuldigte zahlreiche Laschen, an denen Kletterer ihre Karabiner zur Sicherung einhängen können, abgeschraubt und gestohlen haben. Zudem soll er mehrere Bohrhaken mit einem Winkelschleifer abgesägt haben.
"Er soll zahlreiche Laschen zum Aufhängen von Karabinersicherungen abgeschraubt und gestohlen haben. Zudem soll er Bohrhaken mit einem Winkelschleifer abgesägt haben. Grundsätzlich ist er geständig", heißt es seitens des Brucker Bezirksgerichts.
Die Freiheitlichen hatten nach Bekanntwerden der Aktion eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht und von einem "unglaublichen Vandalenakt" gesprochen. Die Sabotage hätte nach Ansicht der FPÖ auch andere Bergsteiger massiv gefährden können. Es handle sich nicht um Protest, sondern um eine schwerwiegende Straftat.
Die Alpinpolizei rückte daraufhin zum Hochschwab aus und bestätigte, dass die Sicherungshaken tatsächlich entfernt worden waren. Die Staatsanwaltschaft Leoben ermittelte zunächst gegen drei Verdächtige, darunter zwei namentlich bekannte Personen. Gegen einen wurde das Verfahren eingestellt, jenes gegen einen unbekannten Verdächtigen ausgeschieden beziehungsweise abgebrochen.
Brisant: Die politische Motivation der Sabotage spielt im Prozess selbst keine Rolle. Auch eine besondere Gefährdung anderer Kletterer sieht das Gericht laut den vorliegenden Informationen nicht. Denn bereits beim Einstieg sei erkennbar gewesen, dass die Sicherungen der Route praktisch vollständig entfernt worden waren.
Der FPÖ-Chef selbst ist an dem Verfahren nicht beteiligt und wird auch nicht als Zeuge aussagen. Überhaupt sind keine Zeugen geladen – vor Gericht soll lediglich der Angeklagte zu Wort kommen. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.