Harter Sparkurs beim ORF

Neuer ORF-Chef kündigt drastischen Gehaltsschritt an

Der ORF muss deutlich mehr sparen als bisher bekannt. Clemens Pig nennt mehr als 140 Millionen Euro und skizziert erste Maßnahmen, auch bei Gehältern.
21.10.2026, 20:08
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Der ORF steht vor einem umfangreichen Sparprogramm. Der designierte Generaldirektor Clemens Pig beziffert den nötigen Einsparungsbedarf auf mehr als 140 Millionen Euro. Neben der Führungsebene könnten auch das Radio-Symphonieorchester und FM4 vor schwierigen Entscheidungen stehen. Bisher war bekannt, dass der öffentlich-rechtliche Sender 2027 rund 90 Millionen Euro einsparen muss.

Als Gründe nannte Pig bei einer Veranstaltung der "Kleinen Zeitung" in Wien die gestrichene Kompensation des Vorsteuerabzugs, die nicht valorisierte Haushaltsabgabe, mehr Gebührenbefreiungen und die schwache Entwicklung am Werbemarkt. Die Sparmaßnahmen sollen zunächst Einmaleffekte bringen. Die Budgets für 2028 und 2029 seien laut Pig deutlich schwieriger zu gestalten.

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Gehälter- und Bonuszahlungs-Ansage

Einen Verkauf von ORF 1 schloss Pig ausdrücklich aus. Auch ORF 3 soll bestehen bleiben, allerdings mit Veränderungen bei der Produktion. Für das Radio-Symphonieorchester (RSO) bezeichnete Pig die Lage als schwierig.

Er will private Partner einbinden und ein neues Trägermodell erarbeiten. Auch bei FM4 werde die Programmplanung zur Herausforderung, der Sender sei für ihn aber wichtig.

Sparen will Pig auch an der Spitze des ORF. Die Führungsebene soll verkleinert werden. Zudem hat er laut "Kleiner Zeitung" ein Jahresgehalt vorgeschlagen, das unter den 427.500 Euro seines Vorgängers Roland Weißmann liegt. Auf erfolgsabhängige Bonuszahlungen will er verzichten.

Pig will Vertrauen zurückgewinnen

Pig übernimmt die ORF-Führung im Jänner 2027. Er will frühere Skandale und andere Altlasten finanziell getrennt erfassen, damit die Entwicklung des neu aufgestellten ORF nachvollziehbarer wird. Zudem sollen interne Regeln aktualisiert und konsequenter durchgesetzt werden. Fehlverhalten müsse hart sanktioniert werden, sagte Pig.

Langfristig will er nicht nur den ORF neu aufstellen, sondern auch eine Reform des österreichischen Medienstandorts anstoßen. Dazu soll sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk stärker für private Medien öffnen. Eine Erhöhung der Haushaltsabgabe hatte Pig kurz nach seiner Wahl ins Spiel gebracht, die Regierung erteilte dem Vorstoß jedoch eine Absage.

red, 21.10.2026, 20:08
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