Schul-Kontrolle deckt auf

Klasse ohne Kreuz – nun wird in Österreich kontrolliert

In zahlreichen Klassenräumen hängen keine Kreuze. Ein Politiker fordert Eltern jetzt auf, selbst nachzusehen und fehlende Symbole zu melden.
Newsdesk Heute
25.09.2026, 15:38
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Eine Überprüfung in Oberösterreich sorgt für neue Diskussionen über Kreuze in Klassenzimmern. In Wels wurden insgesamt 238 Klassenräume kontrolliert. Das Ergebnis: In 117 davon fehlte ein Kreuz. Nun wird auch in Linz genauer hingesehen. Der Linzer FPÖ-Stadtrat Michael Raml fordert Eltern auf, selbst auf die Ausstattung der Klassenräume zu achten und fehlende Kreuze zu melden.

Der Aufruf richtet sich an Eltern von Kindern, die eine Linzer Pflichtschule besuchen. Sollten sie in einem Klassenzimmer kein Kreuz entdecken, sollen sie sich direkt bei Raml melden. Der Stadtrat kündigte an, entsprechenden Hinweisen nachzugehen. Hintergrund ist eine gesetzliche Vorschrift, die in Oberösterreich die Anbringung von Kreuzen in bestimmten Schulen regelt.

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Gesetz schreibt Kreuze in Klassenräumen vor

In Oberösterreich ist die Ausstattung der Pflichtschulen mit Kreuzen gesetzlich festgelegt. Paragraf 55 des Oö. Pflichtschulorganisationsgesetzes verpflichtet den gesetzlichen Schulerhalter dazu, in allen Klassenräumen von Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen sowie Berufsschulen ein Kreuz anzubringen.

Die Verantwortung liegt damit beim jeweiligen gesetzlichen Schulerhalter und nicht bei den Eltern oder den Lehrkräften. In Linz hatte Raml bereits im Jänner 2025 auf Meldungen von Eltern reagiert, die von fehlenden oder abgehängten Kreuzen berichtet hatten. Er forderte damals den zuständigen Liegenschaftsreferenten und SPÖ-Bürgermeister Dietmar Prammer auf, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Der Schul-Aufreger

Kontrolle in Wels: In 117 von 238 überprüften Klassenräumen fehlte offenbar ein Kreuz.

Aufruf in Linz: FPÖ-Stadtrat Michael Raml bittet Eltern, fehlende Kreuze in Linzer Pflichtschulen zu melden.

Gesetzliche Grundlage: Paragraf 55 des Oö. Pflichtschulorganisationsgesetzes schreibt Kreuze in bestimmten Klassenräumen vor.

Frühere Maßnahmen: Laut Raml ließ die Stadt Linz nach einer früheren Intervention fehlende Kreuze nachbeschaffen.

Kopftuchverbot: Seit 1. September 2026 gilt das Verbot für Schülerinnen unter 14 Jahren in öffentlichen und privaten Schulen.

Stadt Linz ließ fehlende Kreuze nachbeschaffen

Laut Raml überprüfte die Stadt Linz nach seiner Intervention die Bestände und ließ fehlende Kreuze nachbeschaffen. Mitarbeiter der Lebenshilfe fertigten die neuen Holzsymbole an. Damit sollte die gesetzlich vorgeschriebene Ausstattung sichergestellt werden.

Ob inzwischen tatsächlich in allen betroffenen Klassenräumen ein Kreuz hängt, will der Stadtrat nun mithilfe der Eltern herausfinden. Der Aufruf soll daher nicht nur auf die Situation in einzelnen Schulen aufmerksam machen, sondern auch Hinweise auf möglicherweise weiterhin fehlende Kreuze liefern.

Religiöse Symbole bleiben Thema an Schulen

Die Debatte über religiöse Symbole im Klassenzimmer findet vor dem Hintergrund weiterer schulpolitischer Diskussionen statt. Seit 1. September 2026 gilt in Österreich ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren in öffentlichen und privaten Schulen. Die Regelung betrifft Kopfbedeckungen, die das Haupt nach islamischer Tradition verhüllen.

Die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen zu religiösen Symbolen an Schulen stehen auch in der öffentlichen Diskussion. Der Verfassungsrechtler Stefan Schima verwies laut ORF auf eine mögliche Spannung zwischen der Pflicht zur Anbringung von Kreuzen unter bestimmten Voraussetzungen und dem neuen Kopftuchverbot. Die rechtliche Bewertung des Kopftuchverbots ist weiterhin Gegenstand von Beschwerden vor dem Verfassungsgerichtshof.

red,25.09.2026, 15:38