Aktuell bildet sich ein besonders starker El Niño – jenes Klimaphänomen, das alle paar Jahre für überdurchschnittlich hohe Temperaturen und extreme Wettereffekte weltweit sorgt. Doch US-Forscher könnten nun eine Lösung gefunden haben.
Ein Team der University of California San Diego hat herausgefunden, dass man mit regional und zeitlich begrenztem Geoengineering das Phänomen abschwächen könnte – ohne die immensen Risiken globaler Eingriffe.
Die Forschungsgruppe griff dabei auf ein "natürliches Experiment" zurück, wie "heise online" berichtet: Die extremen Buschbrände in Australien 2019/2020 erzeugten Rauchwolken, die mehr Sonnenlicht reflektierten.
Die Idee: Mit künstlich erzeugten Wolken könnte man gezielt die Wassertemperaturen im östlichen Pazifik senken – dem Kerngebiet des El Niño. Simulationen zeigten: Hätte man während der starken El-Niño-Ereignisse 1997 und 2015 solche Wolken erzeugt, wären deren Folgen deutlich abgeschwächt worden.
"Wenn wir gezielt auf natürliche Schwankungen einwirken könnten, könnten wir einige der Vorteile des Geoengineerings nutzen, ohne es auf unbestimmte Zeit anwenden zu müssen", erklärt Erstautorin Jessica Wan.
Die Methode nennt sich "strategische marine Wolkenaufhellung". Anders als beim klassischen Geoengineering wäre der Eingriff regional begrenzt und zeitlich befristet. Je früher man eingreift, desto stärker der Effekt.
Obwohl sich aktuell ein starker El Niño bildet, gibt es noch keine Pläne, die Methode praktisch anzuwenden. Die Forscher präsentieren ihr Konzept im Fachmagazin Science Advances.