Extremwetter-Welle droht

Super-El-Niño macht Wetterexperten weltweit fassungslos

Ein Wetterphänomen im Pazifik sorgt weltweit für Unruhe. Experten warnen vor Folgen, die weit über die Ozeane hinausreichen. Rekordhitze droht.
Newsdesk Heute
02.06.2026, 15:46
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Der Pazifik liegt Tausende Kilometer von Österreich entfernt. Dennoch blicken Klimaforscher derzeit mit großer Sorge auf den größten Ozean der Erde. Der Grund ist ein Wetterphänomen, das in regelmäßigen Abständen auftritt, aber jedes Mal weltweit Auswirkungen haben kann: El Niño. Nun verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich in den kommenden Monaten ein besonders starkes Ereignis entwickeln könnte. Manche Experten sprechen bereits von einem möglichen "Super-El-Niño".

Die Weltwetterorganisation WMO sieht laut einem Bericht des "Standard" die Anzeichen inzwischen als so deutlich an, dass sie vor weitreichenden Folgen warnt. Hintergrund sind ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf die unmittelbare Region aus, sondern beeinflussen Wetterabläufe rund um den Globus.

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UN-Generalsekretär António Guterres fand dafür drastische Worte. "El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung", sagte er in einer Videobotschaft. Die Folgen würden laut Guterres noch heftiger werden und sich weiter ausbreiten.

Was hinter El Niño steckt

El Niño ist kein neues Phänomen. Es tritt natürlicherweise alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert meist zwischen neun und zwölf Monaten. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik deutlich stärker als gewöhnlich. Diese zusätzliche Wärme verändert Luftströmungen und Niederschlagsmuster auf der ganzen Welt.

Während manche Regionen mit ungewöhnlich starken Regenfällen und Überschwemmungen rechnen müssen, drohen anderen Gebieten Trockenheit und Dürren. Besonders betroffen sind häufig Teile Südamerikas, Australiens, Indonesiens und Afrikas. Auch die globale Durchschnittstemperatur steigt in El-Niño-Jahren oft zusätzlich an.

Genau das bereitet Forschern derzeit Sorgen. Die Erde befindet sich bereits wegen des menschengemachten Klimawandels auf einem historisch hohen Temperaturniveau. Kommt nun noch ein starkes El-Niño-Ereignis hinzu, könnte dies die globale Erwärmung vorübergehend weiter beschleunigen.

Hinweise auf außergewöhnliche Stärke

Mehrere Klimamodelle deuten darauf hin, dass sich diesmal ein besonders kräftiges Ereignis entwickeln könnte. Die stärksten bekannten Ausprägungen werden umgangssprachlich als "Super-El-Niños" bezeichnet. Der Begriff ist zwar keine offizielle wissenschaftliche Kategorie, beschreibt aber außergewöhnlich starke Ereignisse mit besonders großen Auswirkungen.

Forscher beobachten derzeit enorme Wärmemengen unter der Oberfläche des Pazifiks. Diese könnten in den kommenden Monaten an die Meeresoberfläche gelangen und das Phänomen weiter verstärken. Die Weltwetterorganisation spricht von einer hohen Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines El Niño. Für den Zeitraum zwischen Juni und August wird die Wahrscheinlichkeit auf rund 80 Prozent geschätzt. Dass die Bedingungen mindestens bis November anhalten, wird sogar mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit erwartet.

Gleichzeitig mahnen Wissenschaftler zur Vorsicht. Langfristige Prognosen sind mit Unsicherheiten verbunden. Noch ist offen, ob sich tatsächlich ein extremes Ereignis entwickelt oder ob El Niño schwächer ausfällt als derzeit befürchtet.

Neue Temperaturrekorde möglich

Besonders aufmerksam verfolgen Experten die Entwicklung deshalb, weil El Niño in der Vergangenheit immer wieder mit außergewöhnlich warmen Jahren zusammenfiel. Bereits das letzte starke Ereignis in den Jahren 2023 und 2024 trug zu weltweiten Temperaturrekorden bei.

Klimaforscher gehen davon aus, dass die zusätzliche Wärme aus dem Pazifik erneut globale Rekordwerte begünstigen könnte. Die Ozeane speichern enorme Energiemengen. Während eines El Niño gelangt ein Teil dieser Wärme verstärkt in die Atmosphäre. Dadurch steigen die weltweiten Durchschnittstemperaturen zusätzlich an.

Hinzu kommt, dass die Weltmeere bereits jetzt ungewöhnlich warm sind. Messungen zeigen, dass die globalen Meerestemperaturen derzeit auf dem Niveau früherer Rekordjahre liegen oder diese sogar übertreffen. Das erhöht die Sorge, dass sich Wetterextreme weiter verschärfen könnten.

Was das für Europa bedeutet

Viele Menschen fragen sich, ob ein Super-El-Niño automatisch einen extremen Sommer in Österreich bedeutet. So einfach ist die Antwort nicht. Die direkten Auswirkungen auf Mitteleuropa fallen deutlich schwächer aus als in anderen Weltregionen.

Experten betonen, dass El Niño das Wetter in Österreich nicht unmittelbar steuert. Dennoch kann das Phänomen indirekt Einfluss auf großräumige Wetterlagen nehmen. Vor allem die globale Temperaturentwicklung wird davon beeinflusst.

Die deutlichsten Folgen könnten daher nicht unbedingt auf den heimischen Thermometern sichtbar werden. Vielmehr könnten extreme Wetterereignisse in anderen Teilen der Welt wirtschaftliche Auswirkungen haben. Wenn Dürren oder Überschwemmungen wichtige Anbaugebiete treffen, können Ernten ausfallen. Das wiederum kann sich auf Lebensmittelpreise auswirken und internationale Lieferketten belasten.

Die Unsicherheit bleibt

Trotz aller Warnungen ist noch nicht endgültig klar, wie stark das Ereignis tatsächlich ausfallen wird. Klimaforscher weisen darauf hin, dass die Entwicklung von Windmustern über dem Pazifik eine entscheidende Rolle spielt. Diese lassen sich nur begrenzt vorhersagen.

Fest steht jedoch schon jetzt: Die Aufmerksamkeit der Wissenschaft richtet sich in diesem Jahr besonders auf den tropischen Pazifik. Dort entscheidet sich in den kommenden Monaten, ob aus den aktuellen Warnsignalen tatsächlich einer der stärksten El Niños der vergangenen Jahrzehnte wird.

Für die Welt könnte das bedeuten, dass sie sich erneut auf ein Jahr mit außergewöhnlicher Hitze, häufigeren Wetterextremen und neuen Klimarekorden einstellen muss. Für Österreich heißt das vor allem eines: aufmerksam beobachten, was weit entfernt auf dem Pazifik geschieht. Denn die Folgen könnten am Ende auch hier spürbar werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.06.2026, 15:46
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