Lebenslänglich für Killer

Mord an Studenten: Kritik an Polizei in Southampton

Nach dem tödlichen Messerangriff auf Henry Nowak in Southampton werfen Angehörige der Polizei unmenschliches Verhalten vor. Die Ermittlungen laufen.
Newsdesk Heute
02.06.2026, 15:21
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Der 18-jährige Student Henry Nowak ist nach einer Messerattacke in Southampton gestorben, nachdem er von der Polizei gefesselt und nicht sofort medizinisch versorgt wurde. Bodycam-Aufnahmen zeigen, dass Nowak mehrfach sagte: 'Ich kann nicht atmen' und 'Ich wurde erstochen', während er am Boden lag.

Sein Angreifer, Vickrum Digwa (23), behauptete vor der Polizei fälschlicherweise, er selbst sei Opfer eines rassistisch motivierten Übergriffs geworden. Die Polizei legte Nowak in Handschellen, obwohl er schwerverletzt war und um Hilfe bat.

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Digwa wurde inzwischen zu lebenslanger Haft mit einer Mindeststrafe von 21 Jahren verurteilt. Die britische Polizeiaufsicht IOPC ermittelt weiterhin zum Vorgehen der Einsatzkräfte und prüft, ob die Polizei angemessen gehandelt hat.

Familie kritisiert die Polizei scharf

Nowaks Familie bezeichnete die Behandlung durch die Polizei als 'unmenschlich und entwürdigend'. Sein Vater Mark Nowak sagte, sein Sohn habe neunmal gesagt, dass er nicht atmen könne, und viermal, dass er erstochen wurde. Dennoch sei Henry über den Schotter gezogen, gefesselt und nicht sofort untersucht worden.

Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen damit, dass die Verletzungen bereits zum Zeitpunkt ihres Eintreffens tödlich gewesen seien. Dennoch entschuldigte sich die Behörde und sprach von einer 'Tragödie'.

Diskussion um religiöse Messer

Im Zentrum der Ermittlungen steht auch die Waffe: Digwa führte ein großes Messer mit sich, das er als Teil seines Sikh-Glaubens bezeichnete. Vertreter der Sikh-Gemeinde in Großbritannien distanzierten sich jedoch klar und betonten, dass die Tatwaffe kein religiös erlaubtes Kirpan gewesen sei.

Die britische Regierung prüft aktuell, ob das Strafmaß gegen Digwa im Rahmen eines Sonderverfahrens noch verschärft werden kann. Die Mutter des Täters muss sich demnächst ebenfalls vor Gericht verantworten, weil sie ihrem Sohn nach der Tat geholfen haben soll.

Der Fall löste in Großbritannien eine Debatte über Polizeiarbeit, die Mitführung religiöser Gegenstände und den Umgang mit Gewaltverbrechen aus. Politische Stimmen fordern Reformen, um ähnliche Tragödien künftig zu verhindern.

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