"Super El Niño" baut sich auf

Gigantische Unterwasser-Welle verändert jetzt Wetter

Satelliten sehen ihn schon kommen! Eine hunderte Kilometer breite Welle rauscht durch den Pazifik und kündigt einen besonders starken El Niño an.
Newsdesk Heute
27.05.2026, 21:16
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"Ein El Niño wird voraussichtlich später im Jahr eintreffen", sagt die US-Weltraumbehörde NASA. Der Blick auf die Meeresspiegel-Daten von Sentinel-6 Michael Freilich spricht eine deutliche Sprache. Der Satellit misst alle 10 Tage die Höhe des gesamten Ozeans und konnte so eine Hunderte von Kilometern breite Kelvin-Welle – unter der Wasseroberfläche – im Pazifischen Ozean dokumentieren.

Sie bewegt sich ostwärts Richtung Südamerika und heizt das Meerwasser teils massiv auf. In manchen Regionen liegt die Temperatur bereits bis zu 7,5 Grad über dem Durchschnitt, berichtet die "Washington Post".

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Klimaforscher schlagen Alarm: Die mächtige Kelvin-Welle im Pazifik könnte sogar einen "Super El Niño" auslösen. Der Begriff ist zwar kein Teil der offiziellen Klassifikationen des Phänomens, Experten befürchten dennoch ein Ereignis, das sogar stärker ausfallen könnte als der historische El Niño von 1997/98.

Tiefenwasser blockiert

Der Auslöser liegt tief unter der Meeresoberfläche. Kelvin-Wellen entstehen, wenn die Passatwinde schwächer werden oder sich umkehren. Dann wird warmes Wasser vom westlichen Pazifik Richtung Osten gedrückt. Genau das passiert derzeit besonders intensiv. Verantwortlich dafür sind unter anderem die jüngsten La-Niña-Phasen und rekordwarme Ozeane.

Sobald die warme Wasserwelle den äquatorialen Pazifik erreicht, gerät das empfindliche Gleichgewicht im Meer durcheinander. Die sogenannte Sprungschicht wird gestört, kaltes Tiefenwasser steigt schlechter auf und die Oberfläche des Ozeans heizt sich weiter auf.

Schematische Darstellung der Auswirkungen von El Niño im Pazifikraum
APA-Images / APA-Grafik

Die Folgen könnten weltweit spürbar werden. Ein starker El Niño bringt oft extreme Wetterlagen mit sich – von Dürren und Hitzewellen bis zu heftigen Überschwemmungen und hoher Luftfeuchtigkeit. Auch Jetstreams sowie Hoch- und Tiefdruckgebiete verschieben sich dadurch massiv.

Klimaforscher warnen deshalb bereits vor möglichen Rekordtemperaturen in der Region im Jahr 2027. "Der Grund, warum das so wichtig ist, liegt darin, dass das, was im tropischen Pazifik passiert, nicht im tropischen Pazifik bleibt", erklärt Klimaexperte Daniel Swain.

"Brutaler Hitze-Sommer"?

Direkte Prognosen für Österreich lassen sich daraus aber nicht ableiten, warnte Meteorologe Marcus Wadsak bereits vor einigen Tagen: "El Niño hat keinen Einfluss auf unser Wetter, er wird also auch nicht entscheiden, wie unser Sommer wird".

Anstatt über ein Pazifik-Phänomen zu spekulieren, wäre es aus seiner Sicht wichtiger, über den globalen Klimawandel insgesamt zu informieren: "Der findet statt und der ist der Grund, warum unsere Sommer tendenziell immer heißer werden, warum wir immer höhere Temperaturen erleben, warum Hitzephasen und Trockenheit immer länger dauern. Das sind die Folgen, die wir auch in Österreich zu spüren kriegen."

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.05.2026, 21:16
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