Kurz erklärt, wann Corona-Zahlen wieder steigen werden

Kanzler Kurz ist live zu Gast beim Formel-1-Grand-Prix in Spielberg
Kanzler Kurz ist live zu Gast beim Formel-1-Grand-Prix in SpielbergANDREJ ISAKOVIC / AFP / picturedesk.com
Kanzler Kurz war live zu Gast bei der Formel 1 in Spielberg: Das Comeback der Massen bereitet ihm keine Sorgen, auch die Delta-Variante nicht.

Nach dem Public Viewing-Event am Samstag ging es für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag weiter mit einem Besuch bei dem Formel-1-Grand-Prix der Steiermark in Spielberg – sein erster Besuch eines Formel-1-Rennens vor Ort. "Ich freue mich, endlich wieder so viele Menschen zu sehen", so Kurz gegenüber Medienvertretern.

Hohe Besucherzahl 

Der Red Bull Ring von Dietrich Mateschitz ist Gastgeber für die bisher meistbesuchte Veranstaltung in Österreich seit der zweiten Corona-Welle. Es kamen knapp 15.000 Zuschauer. In der kommenden Woche werden sogar an die 100.000 erwartet. Kurz lässt das jedoch nicht nervös werden, wie er erläuterte.

 Im Gegenteil: er freue sich, dass "es endlich wieder Großveranstaltungen gibt" und "Gastronomie, Tourismus, Sport und Kultur endlich wieder aufblühen können".

Erstmals live vor Ort

Bei dem Besuch des Formel-1-Grand-Prix handelt es sich um den ersten vor Ort. "Das Maximum, was ich erlebt habe, war einmal eine Go-Kart-Bahn." Bei ihm zu Hause sei die Rennserie früher aber durchaus "ordentlich geschaut worden", er wisse daher, "was sich ganz vorne abspielt", und drücke dem Red-Bull-Team von Ring-Besitzer Mateschitz die Daumen, schreibt die APA. Dem dankte er explizit für seine Investitionen in der Region.

Sebastian Kurz und Andreas Gabalier beim Red Bull Ring in Spielberg.
Sebastian Kurz und Andreas Gabalier beim Red Bull Ring in Spielberg.DRAGAN TATIC / APA / picturedesk.com
"Es kommt nichts an ein Live-Event heran"

Die Freude über das Abhalten von Großveranstaltungen ist groß. "Ich glaube, es kommt nichts an ein Live-Event heran. Sportveranstaltungen, Kulturveranstaltungen nur im Internet ohne Zuschauer ist nichts auf Dauer", so der Kanzler.

Weiters zeigt man sich erstaunt über die Leistung von Mateschitz und seinem Team. Sie hätten eine tolle Arbeit geleistet, um nach 2020 erneut zwei Formel-1-Rennen binnen zwei Wochen auf die Beine zu stellen, erklärte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP).

Spielberg: vlrn.: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Sport-Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Sonntag, 27. Juni 2021, vor Beginn des Formel 1-GP.
Spielberg: vlrn.: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Sport-Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) am Sonntag, 27. Juni 2021, vor Beginn des Formel 1-GP.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Sechsstellige Besucherzahl im Juli

Für kommende Woche werden noch mehr Besucher erwartet, denn: Nach dem Fall der Zuschauerbeschränkungen Anfang Juli könnte eine sechsstellige Zahl an Zuschauern auf dem weitläufigen Gelände erreicht werden. "Die Steiermark zeigt sich hier von einer besonders schönen Seite", sagte Schützenhöfer. 

"Heute ist das ein Schritt in die Normalität."

Ermöglicht werde das durch das Sicherheitskonzept, auf das man sich verlässt. "Der Landeshauptmann und ich haben immer wieder auch Kontakt dazu gehabt. Die Behörden haben sich sehr genau damit auseinandergesetzt", erläuterte Kurz.

"Es gibt eine gute Möglichkeit des Contact-Tracing, falls wirklich etwas passiert, dazu die 3-G-Regel." An dieser Stelle ergänzte Schützenhöfer, dass für alle innerhalb der Formel-1-"Blase" – F1-Fahrer und -Teams, Mitarbeiter des Veranstalters, Medienschaffende etc. – ein 3-G-Nachweis nicht ausreicht. 

 Diese Gruppe muss gemäß den Vorgaben der Formel-1-Organisation alle fünf Tage einen negativen PCR-Test vorlegen.

Comeback der Massen ist notwendig 

Wie bereits zu Beginn erwähnt, bereitet die Ansammlung dieser großen Zahl an Menschen keine Sorgen. Er sieht das Comeback der Massen keineswegs problematisch, sondern vielmehr notwendig. "Auch bei einer Großveranstaltung hat ja nicht einer mit 50.000 Menschen Kontakt. Ich glaube, wenn die Menschen, die teilnehmen, geimpft, getestet oder genesen sind, ist das eine gute Basis. Man kann natürlich immer darüber streiten, wann ist der Stichtag. Der kann eine Woche früher oder später sein." Es sei jedoch an der Zeit, denn:

"Wir müssen wieder zurück zur Normalität, da gehören Großveranstaltungen dazu."

Niedrige Ansteckungssituation

Unter den von der Bundesregierung bisher im Zuge der Corona-Bekämpfung gesetzten Maßnahmen seien schmerzhafte Beschränkungen der Grundfreiheiten gewesen. Man habe diese aber damals treffen müssen. "Es gab in der zweiten Welle keine Massentestungen, es gab nicht FFP2-Masken für jedermann und es gab schon gar keine Impfung", sagte Kurz.

Anders als in der zweiten Welle, in der es "keine Massentestungen" und "kein FFP2-Masken für jedermann und schon gar keine Impfung" gab, müssten die Restriktionen jetzt nicht mehr aufrechterhalten werden. Abgesehen davon sei die Ausgangslage auch eine ganz andere: "Wir haben eine sehr, sehr niedrige Ansteckungssituation, und das ist gut so. Noch wichtiger ist: Wir haben in Österreich bald fünf Millionen Menschen, die geimpft sind."

Zahlen steigen im Herbst

 Allerdings würden die Ansteckungszahlen spätestens im Herbst zwangsläufig wieder steigen, meinte Kurz.

"Dadurch dürfen wir uns nicht total aus der Ruhe bringen lassen. Wenn sich nicht alle impfen lassen, wird es immer Ansteckungen geben. Aber nachdem die älteren Menschen und die Risikogruppen geschützt sind, glaube ich, dass wir einen guten Sommer und auch einen guten Herbst vor uns haben."

Auch die Delta-Variante bringt den Kanzler nicht aus der Ruhe, es bestehe kein Grund zur Panik. "Bei mir ist Alarmstimmung ab dem Zeitpunkt, an dem es eine Variante gibt, wo die Impfung nicht wirkt." 

"Die gute Nachricht: Auch bei der Delta-Variante wirkt die Impfung."
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