Die große Amerika-Rundreise war lange geplant, die Vorfreude riesig. Doch für eine Frau aus Linz wurde ein Hotel-Stopp in einem mittelamerikanischen Land zum Albtraum. Frau K. hatte mehrere Nächte in dem Hotel über eine Buchungsplattform reserviert und bereits bezahlt.
Nach dem Einchecken bemerkten sie und ihr Mitreisender aber, "dass das Hotelzimmer leider gar nicht dem beworbenen Standard entsprochen hat", schildert Joachim Leitner von der Verbraucherschlichtung Austria (VSA) den Fall. Neben starkem Lärm sorgten mangelnde Sauberkeit und eine deutliche Geruchsbelästigung für Ärger.
Die beiden suchten sich deswegen schon nach einer Nacht eine andere Unterkunft. An der Hotelrezeption zeigte man sich zunächst überraschend kulant: "Ja, kein Problem, wir zahlen das Geld zurück", hieß es laut Leitner. Doch das versprochene Geld kam nie an.
Die Verbraucherschlichtung Austria hilft Konsumentinnen und Konsumenten seit mittlerweile zehn Jahren, Streitigkeiten mit Unternehmen außergerichtlich zu lösen.
Die Stelle wird unter anderem vom Sozialministerium gefördert, auch das Land OÖ unterstützt seit der Gründung.
Behandelt werden ganz unterschiedliche Themen – etwa Onlinekäufe, Reiseprobleme, Streit mit Handwerksbetrieben, Versicherungsfragen oder Gewährleistungsfälle.
Wochenlang blieben Anfragen an das Hotel und die Buchungsplattform unbeantwortet. Erst als sich die Linzerin an die VSA wandte und ein Schlichtungsverfahren eingeleitet wurde, kam Bewegung in die Sache: "Tatsächlich hat die Buchungsplattform dann auch gesagt: Ja, wir zahlen das zurück", berichtet Leitner. Kurz darauf bekam die Linzerin knapp 200 Euro zurück.
Allein bis Ende Mai bearbeitete die Schlichtungsstelle heuer schon ca. 1.200 Fälle, rund 50 davon betrafen Reisen – und das noch vor der sommerlichen Hochsaison. "Auf Reisen oder im Urlaub sind Probleme natürlich besonders unerfreulich", so Leitner. "Auch wenn man sich ihnen nicht immer entziehen kann, lässt sich im Nachhinein vieles ohne weitere Eskalation bereinigen, wobei Schlichtungsstellen sehr hilfreich sein können."
Konsumentenschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) betont einen weiteren wichtigen Punkt: "Wenn man das Gefühl hat, jetzt passt etwas nicht, dann ist die Dokumentation das Allerwichtigste." Fotos machen, Schriftverkehr aufheben und Buchungsunterlagen sichern könne später entscheidend sein.