Zwischen Wienerwald und Weinbergen könnte es am Samstag ordentlich krachen – die SPÖ lädt zur Klausur. Auf Einladung von Obmann Andreas Babler treffen sich die Parteigranden gegen 11.30 Uhr im noblen Vier-Sterne-Haus Turmhof.
Nach dem Mittagessen soll dann das "traditionellen Neujahrstreffen" starten, heißt es offiziell seitens der SPÖ. Ab 12.30 Uhr soll über "inhaltliche und kommunikative Maßnahmen" beraten werden – konkret geht es um Teuerung, Gesundheit und Sicherheit.
Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Immerhin steckt die Partei in einer regelrechten Umfragekrise. Demografen schreiben die Roten, die in der Regierung immerhin mit Babler den Vizekanzler stellen, weit unter der 20-Prozent-Marke aus – ein Aufschwung ist nicht in Sicht.
Bis zum Abendessen um 18.00 Uhr gibt es also genug Gesprächsstoff. Ob Babler diese Gelegenheit nutzen kann, um sich in der Partei zu festigen und Diskussionen rund um eine mögliche Nachbesetzung des Obmanns endgültig zu beenden, bleibt offen.
Immerhin gibt es in der eigenen Partei genügend Kritiker – auch einige, die bei der Krisensitzung dabei sein werden. Geladen sind neben allen SPÖ-Regierungsmitgliedern auch die Mitglieder des Bundesparteipräsidiums – und alle Landesparteiobleute. Und gerade bei denen steht Babler nicht allzu hoch im Kurs.
Denn laut "Heute"-Infos plant Babler eine Tour durch die Länder. Dabei hat er aber offenbar wenig Erfolg. "Keiner will, dass er kommt", formuliert es ein Parteigrande. So habe sich der SPÖ-Chef etwa in Kärnten, Oberösterreich und Salzburg einen Korb geholt.
Kommt noch hinzu, dass nun auch der Wunsch nach einem Gegenkandidaten beim SPÖ-Parteitag öffentlich geäußert wurde. Erst am Freitag erklärte SPÖ-Landesparteivorsitzender Daniel Fellner beim Neujahresempfang des Renner Instituts vor Journalisten, dass er sich über einen Gegenkandidaten freuen würde. "Ich werde mich nicht gegen eine Gegenkandidatur stellen", so der Kärntner Rote. Babler will er aber trotzdem volle Unterstützung zusichern.