In Deutschland ist erneut ein Schulskandal um einen krankgeschriebenen Lehrer aufgeflogen: Ein Pädagoge aus dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen soll während seiner Langzeit-Krankschreibung als Kandidat in mehreren TV-Kochshows aufgetreten sein.
Erst im August wurde ein brisanter Fall um eine Lehrerin aus demselben Bundesland aufgedeckt. Wie "Heute" berichtete, befand sich eine Pädagogin aus Duisburg seit 16 Jahren im Krankenstand und erhielt dabei ihr volles Gehalt. Erst dieses Jahr wurde ein Amtsarzt eingeschaltet.
In Köln wurde im aktuellen Fall nun ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer eingeleitet. Nähere Angaben zur Person machte die Aufsichtsbehörde nicht, "da es sich bei Disziplinarangelegenheiten um streng vertrauliche Personalmaßnahmen handelt", berichtet "BILD".
Die Bezirksregierung verlangte zunächst eine schriftliche Stellungnahme des Pädagogen. Entscheidend war die Frage, ob seine mindestens zwei Fernsehauftritte während der mutmaßlichen Erkrankung live übertragen oder bereits zuvor aufgezeichnet worden waren.
Das Disziplinarverfahren wurde nach Prüfung der Stellungnahme eingeleitet, da "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" vorlagen. Ein Verweis, eine Kürzung der Dienstbezüge oder eine Versetzung könnten für den Lehrer nun die Folge sein. Im schlimmsten Fall droht eine Entfernung aus dem Schuldienst sowie aus dem Beamtenverhältnis.
Derzeit befinden sich 1.388 verbeamtete Lehrer im Krankenstand in Nordrhein-Westfalen. Im sogenannten Langzeit-Krankenstand befinden sich aktuell 745 von ihnen seit mehr als sechs Monaten und 582 seit rund einem Jahr.
47 Beamte befinden sich seit länger als drei Jahren im Krankenstand und 14 seit mindestens fünf Jahren. Nur etwas mehr als die Hälfte der Lehrer musste sich von einem Amtsarzt untersuchen lassen.