Für Wintersport-Fans ist es eine traurige Nachricht: Das Skigebiet Unterberg im Piestingtal in den Gutensteiner Alpen stellt seinen Liftbetrieb dauerhaft ein. Wie das Naturschneeparadies auf Facebook mitteilte, ist auf dem 1.342 Meter hohen Unterberg knappe 40 Kilometer südwestlich von Wien "die letzte Schneeflocke" gefallen.
Die Geschäftsführer der Skilift Unterberg GmbH sprechen von einem endgültigen Aus für das Skigebiet. "Schweren Herzens müssen wir als Geschäftsführer der Schilift Unterberg GmbH das endgültige Aus für unser Skigebiet bekannt geben", heißt es in der Mitteilung.
Nach der Übernahme und Rettung des Skigebiets im Jahr 2014 habe man jahrelang für den regionalen Wintersport gearbeitet. Doch die Bedingungen hätten sich zunehmend verschlechtert. Die anhaltend milden Winter und der spürbare Klimawandel machen den Pistenspaß zunichte.
Im Gespräch mit der NÖN bekräftigt Erich Panzenböck, dass es beim Unterberg nie nur ums Geschäft gegangen sei. "Es war für uns nie ein Wirtschaftsprojekt, sondern ein Herzensprojekt. Aber die Wasserknappheit ist nicht nur im Sommer ein Thema, sondern auch im Winter, es schneit ja kaum noch."
Selbst 2025 und 2024 sei der Schneefall für einen Skibetrieb zu gering gewesen, der Betrieb geschlossen blieb "Besser wird es in Zukunft nicht werden, deswegen war das der einzig logische Schritt, auch wenn es uns am meisten schmerzt", so Panzenböck.
Besonders emotional fällt der Abschied vom Team und den Stammgästen aus. Man bedanke sich "von ganzem Herzen" bei den treuen Besucherinnen und Besuchern, den Partnern in der Region Pernitz-Muggendorf und beim gesamten Team, "das bis zum Schluss um jede Schneeflocke, um jeden Skitag gekämpft hat".
Auch in den Gemeinden ist die Enttäuschung groß. Für Muggendorfs Bürgermeisterin Elisabeth Hollinger (ÖVP) endet damit eine besondere Zeit. "Wir sind alle sehr traurig. Die Gemeinden waren immer stolz darauf ein eigenes Skigebiet zu haben. Und es tut mir im Herzen weh, dass die Kinder nicht mehr am Unterberg Skifahren lernen können."
Dennoch bringe es nichts, das Unvermeidliche weiter hinauszuzögern, wenn zu wenig Schnee vorhanden sei. Ähnlich sieht es Pernitz-Bürgermeister Hubert Postiasi (ÖVP). "Wenn es nicht mehr geht, dann geht es halt leider nicht mehr." Es sei sehr schade um das schöne Skigebiet.
Ganz verschwinden soll der Unterberg als Winterziel aber offenbar nicht. Für Schitourengeher und Schneeschuhwanderer wird derzeit an einem Konzept gearbeitet. Details sollen in den kommenden Wochen über die offizielle Website des Skigebiets bekannt gegeben werden.
Für den klassischen Liftbetrieb ist die Entscheidung jedoch endgültig. Die Verantwortlichen verabschieden sich mit Dankbarkeit von ihrem "Herzensberg" – und mit der Aussicht auf weitere Begegnungen abseits des bisherigen Schibetriebs.