Halloween-Party statt Häf’n

Liebesbetrüger genießt Wiener High-Life statt Gefängnis

Frech: Ein zu zwei Jahren Haft verurteilter Betrüger tanzt der Justiz offenbar auf der Nase herum, schwingt auf Promi-Partys das Tanzbein.
Christian Tomsits
11.11.2025, 05:45
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Offiziell lebt der selbsternannte Sterndeuter Alexander B. (56, Name geändert) süßlich-säuselnd von seiner Tätigkeit als Life-Coach, doch im echten Leben dürfte der verurteilte Love-Scammer wohl kaum etwas an seinem Verhalten geändert haben!

Zahlreiche Opfer verloren Vermögen

Mit Hinterlist, Gewissenlosigkeit und Raffinesse soll der "charmante" 56-Jährige sich in Wiens bessere Gesellschaft eingeschlichen haben, gaukelte Frauen große Liebe vor, bat dann um kleinere Geldgeschenke – viele verloren ein Vermögen. Eine 59-Jährigen büßte 70.000 Euro ein – wir berichteten.

Zwar wurde der "City-Casanova" geschnappt, überführt und wegen Betruges vor Gericht gestellt. Doch obwohl er rechtskräftig zwei Jahre Haft ausfasste, saß er seine Gefängnisstrafe mitnichten ab. Seinen Strafantritt hatte er zuerst mit der angeblichen Pflegebedürftigkeit seiner Tante im Ausland herausgezögert.

Diesen Sommer saß er tatsächlich sechs Wochen ein, ehe ihm laut Top-Verteidiger Michael Dohr Haftunfähigkeit "aus medizinischen Gründen" attestiert wurde und er wieder frei kam. Seither flaniert der graumelierte Ganove durch die Wiener Innenstadt, lässt kaum eine exklusive Sekt-Sause sausen und wurde sogar mit einem Blumenbouquet beobachtet, das wahrscheinlich für eine Dame vorgesehen war.

Höhepunkt der Dreistigkeit: Von der Wiener Anwältin Katharina Braun – die eines der zahlreichen Opfer vor Gericht vertrat – wurde der Verurteilte auf einer exklusiven Halloween-Party Ende Oktober eng umschlungen beim Flirten und Schunkeln mit Frauen beobachtet. Die Unschuldsvermutung gilt, aber "er tanzt der Justiz auf der Nase herum", kritisiert die Juristin. Zuletzt holte er sogar zum Gegenschlag aus und klagte ein ehemaliges Opfer erfolgreich, das öffentlich vor dem Liebesbetrüger gewarnt hatte.

"Dass Täter nach der Verurteilung ungeschoren davonkommen, ist für die vielen Geschädigten ein Hohn", ist Braun fassungslos. Während es dem Betrüger jahrelang an nichts fehlte, müssten die Opfer nun sogar auf Gerechtigkeit verzichten.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 11.11.2025, 11:02, 11.11.2025, 05:45
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