Längerer Lockdown, 5. Welle: Virologin spricht Klartext

Virologin Dorothee von Laer fordert längeren Lockdown - vor allem in den westlichen Bundesländern.
Virologin Dorothee von Laer fordert längeren Lockdown - vor allem in den westlichen Bundesländern.apa/picturedesk
Dorothee von Laer gilt als eine der führenden Virologinnen des Landes. In einem Interview sprach sie sich für die Verlängerung des Lockdowns aus. 

Der aktuelle Lockdown soll die vierte Corona-Welle brechen. Als Zugeständnis an die geimpften Teile der Bevölkerung soll dieser aber nur bis Mitte Dezember andauern. Ob dieser Termin allerdings halten wird, darf zumindest bezweifelt werden. Denn die Stimmen, wonach die Länge des Lockdowns nicht ausreichen wird, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen, werden immer lauter. 

Eine von ihnen gehört Dorothee von Laer. Die Innsbrucker Virologin bewies in der Vergangenheit mehrmals, dass sie präzise Analysen trifft. Ihre Prognosen trafen zumeist ein. Nun gab die Wissenschaftlerin dem Onlineauftritt des Nachrichtenmagazins "Profil" ein Interview, in dem sie ein düsteres Bild zeichnet. 

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Längerer Lockdown auch für Geimpfte nötig

So wird die Dauer des allgemeinen Lockdowns verlängert werden müssen, jedenfalls in "einigen Bundesländern", ist sie sicher. Sie gehe davon aus, "dass der Osten öffnen kann, der Westen nicht", heißt es darin. Auch die Corona-Ampelkommission nimmt in ihrer aktuellen Stellungnahmen Bezug zum coronabedingten Ost-West-Gefälle

Große Sorge bereitet ihr auch das Infektionsgeschehen an den Schulen. Angesichts der immensen Inzidenzen bei Kindern befürchtet sie eine Rückkehr zum Heimunterricht. Man müsse nun abwarten, ob die Maskenpflicht und das Zuhausebleiben mancher Kinder helfen. "Aber wenn die Zahlen nicht fallen, werden auch die Schulen schließen müssen", schließt sie auch eine erneute Rückkehr zum Distance Learning nicht aus. 

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5. Welle im Februar wahrscheinlich

Von Laer rät, jenen 15 Prozent der über 60-Jährigen, die noch ungeimpft sind, umgehend eine direkte Einladung zu einem Impftermin zu schicken. "Diese Lücke muss schleunigst geschlossen werden."

Darüber hinaus rechnet die Virologin mit einer fünften Welle im Februar, sollte die Impfquote bis dahin nicht signifikant ansteigen. Immerhin stimmen sie die dann gültige Impfpflicht und neue Medikamente gegen Covid, die wahrscheinlich mit Ende des Jahres zugelassen werden, zuversichtlich für das Frühjahr 2022.

Wie dramatisch sich die Corona-Lage in Österreich aktuell darstellt sieht man nicht nur an den absoluten Fallzahlen – auch am Mittwoch wurden wieder über 13.500 Neuinfektionen registriert. Auch der Umstand, dass mit Kärnten und Salzburg aktuell zwei Bundesländer kein einziges Intensivbett mehr stellen können, lässt die Alarmglocken der Entscheidungsträger wohl schrillen. 

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