Nach der Teilschließung des Lorenz-Böhler-Traumazentrums geht der Umbau voran. Auf dem Areal des ehemaligen Parkhauses entsteht derzeit ein neuer Bettentrakt in Modulbauweise. Die Eröffnung ist für Februar oder März 2027 vorgesehen.
Der Neubau soll künftig wieder stationäre Behandlungen am Standort in der Brigittenau ermöglichen. Derzeit läuft bereits der Innenausbau. "Wir sind, soweit ich das beurteilen kann, baulich auf Schiene, es gibt keine Verzögerungen", erklärt der ärztliche Leiter Thomas Beer im Gespräch mit der APA.
Mit der Fertigstellung sollen auch Mitarbeiter und medizinische Geräte, die nach Meidling übersiedelt wurden, wieder nach Brigittenau zurückkehren. Geplant sind drei Operationssäle, 56 Betten auf Normalstationen sowie vier Intensivbetten.
Beer zeigt sich mit dem Neubau zufrieden: "Man wird dann sehen, das ist ein hochmoderner Bau. Also wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem, wie das konzipiert ist". Einen bloßen Übergangsbau sieht er darin nicht: Das Gebäude sei keineswegs als Provisorium gedacht.
Allerdings wird die Bettenzahl gegenüber dem früheren Standort deutlich sinken. Laut Beer wird sie ungefähr halbiert. Dahinter steht eine bereits vor Jahren beschlossene Neuausrichtung der beiden Wiener Unfallkrankenhaus-Standorte.
Die Aufgaben sollen künftig klarer zwischen den Standorten verteilt werden. Während Meidling die Versorgung von Schwerstverletzten übernehmen soll, konzentriert sich Brigittenau stärker auf planbare Eingriffe und Behandlungen.
Ganz auf Akutmedizin könne man am Standort aber nicht verzichten. "Es gibt kein halbschwanger, auch in der Unfallchirurgie nicht. Ich muss in Wahrheit jeden Patienten und auch den schwerstverletzten Patienten versorgen können", so Beer.
Einen klassischen Schockraum für Schwerstverletzte wird es in Brigittenau künftig zwar nicht mehr geben. Dennoch soll die Versorgung solcher Patienten weiterhin möglich sein. "Es wird aber auch in Zukunft die Möglichkeit bestehen, solche Patienten hier vollkommen adäquat zu behandeln, auch wenn es nicht die Priorisierung ist", sagt Beer. Für die Rettung bedeute das weiterhin, dass das Böhler angefahren werden könne. Geplant sei dafür "eine Art Schockraum-Lightvariante".
Seit der Teilschließung läuft am Standort bereits eine Tagesklinik. Laut AUVA wurden dort inzwischen rund 2.000 Eingriffe durchgeführt. Darunter waren etwa 680 arthroskopische Operationen an Knie, Ellbogen oder Hand sowie mehr als 200 Kreuzbandoperationen.
Langfristig soll der Anteil der tagesklinisch durchgeführten Eingriffe weiter steigen. Ziel ist, rund die Hälfte jener Operationen, die sich dafür eignen, auch tatsächlich ohne stationären Aufenthalt durchzuführen. Für manche Patienten kommt dieses Modell allerdings nicht infrage – etwa für ältere Menschen, die zu Hause nicht ausreichend betreut werden können.
Der ursprüngliche Bettentrakt steht derzeit weitgehend leer. Auch der Rettungshubschrauber landet nicht mehr auf dem Dach. Wie es mit dem alten Gebäude weitergeht, ist laut Beer noch nicht geklärt. Sanierungsarbeiten konzentrierten sich bislang auf den Ambulanzbereich. Dort wurden bauliche Maßnahmen gesetzt, um die Sicherheit zu erhöhen und die behördlichen Vorgaben zu erfüllen. Dazu gehört unter anderem die ständige Anwesenheit von Feuerwehrleuten.
Auslöser für die weitreichenden Veränderungen waren Brandschutzmängel, die 2024 zur kurzfristigen Teilschließung des Standorts geführt hatten. Zahlreiche Leistungen sowie Mitarbeiter wurden daraufhin nach Meidling verlagert.