Tumor ausgependelt?

Mädchen (14) und Mann tot – Kärntner Arzt vor Gericht

Nach dem Tod einer 14-Jährigen und eines Tätowierers muss sich ein Arzt (68) vor Gericht verantworten. Ihm wird grob fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Newsdesk Heute
22.05.2026, 22:38
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Unglaubliche Vorwürfe gegen einen Arzt aus Kärnten: Zwischen 2007 und 2025 soll der 68-Jährige 6.550 Patienten durch seine umstrittenen Behandlungsmethoden gefährdet haben. Ins Rollen gebracht wurde der Fall durch den Tod eines 14-jährigen Mädchens.

Demnach war die Jugendliche an Krebs erkrankt. Zur Behandlung soll der Mediziner eine Infusion, welche aus der Pflanzenart Katzenkralle bestand, angewendet haben – ohne Erfolg, das Mädchen verstarb.

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Witwe meldete sich nach Prozess

Durch den darauffolgenden Prozess gegen die Eltern geriet auch der 68-Jährige, der die Vorwürfe bestreitet, ins Visier der Ermittlungen. In weiterer Folge meldete sich auch die Witwe eines Tätowierers zu Wort.

Auch diesen habe der Arzt mit einer Infusionstherapie aus Katzenkralle und anderen Stoffen behandelt. Dies habe bei dem Mann zu einem tödlichen Herz- und Hirninfarkt geführt, berichtet die "Kleine Zeitung"

Schwere Vorwürfe

Besonders brisant waren die Aussagen eines Innsbrucker Arztes, der sich für ein Gutachten mit den Behandlungsmethoden des Angeklagten auseinandergesetzt hatte. Demnach habe der Beschuldigte versucht, einen Tumor auszupendeln. So sollte geklärt werden, ob dieser gut- oder bösartig sei. Dies sei keine anerkannte Methode, sondern "reine Spekulation", so der Gutachter.

Des Weiteren kritisierte der Innsbrucker Mediziner seinen angeklagten Kollegen dafür, dass dieser die krebskranke Jugendliche weiter behandelt habe, obwohl keine Biopsie durchgeführt wurde.

Auch der Vater der 14-Jährigen erhob schwere Vorwürfe. Demnach habe der Angeklagte ihm versichert, dass Injektionen aus Katzenkralle und Vitamin C "gute Erfolge" hervorrufen würden. Zudem hätten der Arzt und ein Kollege den Tumor ausgependelt und gemeint, dass dieser nicht bösartig sei. Außerdem habe der Beschuldigte sie darin bestärkt, keine Biopsie durchführen zu lassen.

Prozess vertagt

Auch der mutmaßliche Kollege des Arztes – ein "Alchemist" – kam bei der Verhandlung zu Wort. Er und der Angeklagte bestritten, den Tumor ausgependelt zu haben. Zudem betonte der Arzt, dass er den MRT-Befund des Mädchens nie gesehen habe. Des Weiteren hätte er den Vater zu einer Biopsie gedrängt und die Behandlung aufgrund fehlender Diagnose abgebrochen.

Der Prozess musste jedenfalls vertagt werden. Nun sollen weitere Zeugen angehört werden – darunter auch die Mutter der verstorbenen 14-Jährigen. Für den Kärntner Mediziner gilt jedenfalls die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 22.05.2026, 22:38
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