Der Finanzskandal um Manchester City zieht immer weitere Kreise. Nach dem Schuldspruch gegen den englischen Topklub rückt nun auch FIFA-Präsident Gianni Infantino in den Fokus. Football-Leaks-Gründer Rui Pinto erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schweizer.
Pinto behauptet, Infantino habe bereits 2014 als damaliger UEFA-Generalsekretär von Unregelmäßigkeiten rund um Manchester City gewusst. Er wirft dem nunmehrigen FIFA-Präsidenten vor, seine damalige Position missbraucht, vertrauliche Dokumente weitergegeben und Ermittlungen beeinflusst zu haben.
Infantino habe laut Pinto alles dafür getan, dass Manchester City und Paris Saint-Germain lediglich Geldstrafen erhielten und weiterführenden Untersuchungen entgingen. Pinto fordert deshalb sogar, dass Infantino künftig "keinen Platz in der Zukunft des Spiels" haben solle.
Die Football-Leaks-Dokumente hatten 2018 erst die Untersuchung gegen City angestoßen. Die UEFA hatte Englands Topklub 2019 zunächst für zwei Jahre von der Champions League ausgeschlossen, der Internationale Sportgerichtshof CAS wandelte diese Strafe dann in eine zehn Millionen Euro schwere Geldbuße um.
Europas Fußballverband wollte sich zunächst nicht zu den neuerlichen Vorwürfen äußern. Der Zeitpunkt ist dennoch brisant: Infantino steht derzeit auch wegen anderer Themen unter erheblichem Druck. Teile des europäischen Fußballs stellen sich offen gegen den FIFA-Präsidenten, der 2027 erneut zur Wahl antreten will.
Manchester City wurde unterdessen von einer unabhängigen Kommission der Premier League wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln in den meisten Anklagepunkten für schuldig befunden. Der Klub bestreitet weiterhin ein Fehlverhalten und will die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen. Über mögliche Sanktionen wird gesondert entschieden.