15.000 Fotos und Videos

Mann gab Anleitung zu Kindesmissbrauch via Videocall

Ein Niederösterreicher steuerte Missbrauch per Livestream – heute fiel das Urteil. Seine Worte vor Gericht erschüttern.
Victoria Carina  Frühwirth
20.03.2026, 12:46
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Ein schockierender Fall hat am Freitag das Landesgericht Korneuburg beschäftigt: Ein 39-jähriger Niederösterreicher soll über Jahre hinweg Kindesmissbrauch aus dem Ausland per Livestream verfolgt – und sogar aktiv gesteuert haben.

Mann hortete 15.000 Kinderpornos

Die Dimensionen des Falls sind enorm: Über 15.200 Video- und Bilddateien mit Kindesmissbrauchsmaterial wurden dem verheirateten Mann zugerechnet. Laut Anklage soll er zudem über Jahre hinweg Live-Übertragungen aus Asien verfolgt haben, bei denen Kinder missbraucht wurden – und dabei den Tätern sogar konkrete Anweisungen gegeben haben.

Für diese Live-Streams überwies der Angeklagte laut Gericht insgesamt 98 Mal jeweils 100 Euro. Die Übertragungen sollen überwiegend aus den Philippinen gestammt haben. Besonders belastend: Bei den Sessions soll der 39-Jährige aktiv Einfluss auf das Geschehen genommen haben.

Insgesamt stellten Ermittler rund vier Millionen Mediendateien sicher, die im Zuge der umfangreichen Ermittlungen ausgewertet wurden.

Missbrauch, als Frau nicht zu Hause war

Vor Gericht zeigte sich der 39-Jährige reuig. "Ich habe ordentlich Scheiße gebaut", fasste es der Angeklagte laut "Kurier" offen zusammen. Während längerer Abwesenheiten seiner Ehefrau habe er "diese blöden Sachen gemacht", erklärte der verheiratete, kinderlose Mann.

„Welche Mutter macht sowas freiwillig mit ihrem Kind?“
Richter am Landesgericht KorneuburgBei der Verhandlung am 20. März 2026

Die Taten sollen sich über mehrere Jahre erstreckt haben – von August 2021 bis Sommer 2025. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen Hinweis der US-Behörde "Homeland Security". Die Live-Streams stammten überwiegend aus den Philippinen. Besonders belastend: Der Angeklagte war dabei selbst im Bild zu sehen.

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Nutzte Armut der Opfer aus

Unzählige Kinder wurden missbraucht, die Taten zur Erinnerung auf Videos und Fotos dokumentiert. "Welche Mutter macht sowas freiwillig mit ihrem Kind, haben Sie sich das nie gedacht?" fragte der Richter den Angeklagten forsch. Der gab zu, die Armut der Opfer "komplett ausgenutzt zu haben".

Das Gericht wertete mehrere Punkte als erschwerend: den langen Tatzeitraum, die große Datenmenge sowie das "massive Unterschreiten des Schutzalters", wie der "Kurier" zitiert. Mildernd wirkten hingegen der bisher ordentliche Lebenswandel und das umfassende Geständnis.

Angeklagter gibt sich reumütig

"Schon bei der Einlieferung hat er ein volles Geständnis abgegeben", betonte Verteidiger Rudolf Mayer. Sein Mandant habe Reue gezeigt, nachdem er "immer weiter hineingerutscht" sei. Zudem soll sich der 39-Jährige hinsichtlich seiner pädophilen Neigung einsichtig zeigen. Er wolle sich diesbezüglich psychologischer Betreuung unterziehen.

Dem Niederösterreicher wurde schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen sowie der Besitz und Konsum von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial vorgeworfen. Der Schöffensenat sprach ihn zu drei Jahren Haft schuldig – nicht rechtskräftig.

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