Wieder ein Todesfall in einer Klinik, wohl wegen mangelndem Personal: Am Donnerstag wird am Salzburger Landesgericht der Fall um einen 79-Jährigen verhandelt, der im März 2025 nach einem Aortariss im Uniklinikum Salzburg nicht notoperiert wurde. Die Familie fordert nun Trauerschmerzengeld samt Entschädigung von den Salzburger Landeskliniken (SALK).
Der Mann habe die Operation damals nicht erhalten, da die darauf spezialisierten Mediziner mit einem anderen Fall zu tun hatten. Nach der Regelarbeitszeit um 15.30 Uhr sei auch kein Ersatzärzteteam zum Einsatz bereitgestanden.
So sei der 79-Jährige erst nach über vier Stunden in das Kepler-Uniklinikum (KUK) nach Linz überstellt worden. Den Hubschraubertransport überlebte der Salzburger noch, in der Schleuse zum OP-Saal verließ ihn jedoch die Kraft und er starb an dem Hauptschlagaderriss.
Wie der "ORF Salzburg" berichtet, wurde der Fall erst im Oktober 2025 bekannt. Sowohl die Klinik als auch die zuständige Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) orteten damals kein Fehlverhalten. Ab einem gewissen Punkt seien die Ressourcen in Spezialgebieten nun mal erschöpft, wird Gutschi vom "ORF" zitiert.
Anders sehen dies die Hinterbliebenen und der Opferanwalt. Letzterer fordert, dass es "eine zweite Spezial-Notfallmannschaft nach Ende der Regelarbeitszeit" geben sollte, denn: "Es könne immer der Fall eintreten, dass es zwei Notfälle gleichzeitig geben kann."
Zudem meint der Jurist, dass die überregionale Zusammenarbeit der Spitäler nicht funktioniere. Es gäbe in allen Spitälern Kapazitätsprobleme, so der Anwalt. Ob die Ehefrau und die beiden Kinder des Verstorbenen Anspruch auf Schadenersatz haben, wird das Gericht schriftlich bekanntgeben. Bei positivem Ausgang können sie mit mehreren 10.000 Euro rechnen.