Nun ist es offiziell: Rund 7.350 Schülerinnen und Schüler aus Niederösterreich haben die Zentralmatura bestanden. Die Allermeisten können sich freuen, denn die Erfolgsquoten liegen, wie man es von der Matura erwarten würde, im Allgemeinen recht hoch.
Trotzdem fällt auf, dass Gymnasien, also Allgemeinbildende höhere Schulen (AHS), gegenüber Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS), wie HTL und HAK, besser abschneiden.
Sowohl in der AHS als auch in der BHS, erreichten die Jugendlichen in Deutsch die beste Erfolgsquote, während die Beurteilungen in Englisch und Mathematik nur geringfügig schlechter ausfielen. In diesen Fächern gab es häufiger negative Noten.
In Gymnasien liegt der Anteil an "Nicht genügend" in Deutsch lediglich bei 0,7 Prozent. In den BHS sind es doppelt so viele. Dort gab es 1,5 Prozent negative Beurteilungen. Umgekehrt erhielten 20,1 Prozent der AHS-Schüler und 13,7 Prozent der BHS-Schüler die Note "Sehr gut" in Deutsch.
In Englisch wurden noch mehr Jugendliche mit einem "Sehr gut" beurteilt. In der AHS war das fast jede oder jeder Vierte – 23,4 Prozent. In der BHS waren es 21,9 Prozent. Gleichzeitig gab es aber in Englisch auch mehr negative Beurteilungen, die, ebenso wie in Deutsch, in der BHS doppelt so häufig waren: 1,8 Prozent "Nicht genügend", gegenüber 0,9 Prozent in der AHS.
In Mathematik ein ähnliches Bild: 1,9 Prozent der AHS-Schüler schafften keine positive Beurteilung und wurden mit "Nicht genügend" beurteilt. Demgegenüber waren es in der BHS 2,6 Prozent. Deutlich mehr AHS-Schüler erhielten ein "Sehr gut": 18,4 Prozent, gegenüber 13,2 Prozent in der BHS.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erfolgsquote aller drei Fächer in der AHS höher liegt als in der BHS: 99,3 gegenüber 98,5 Prozent im Fach Deutsch. In Englisch sind es 99,1 gegenüber 98,2 Prozent. Und in Mathematik 98,1 Prozent in der AHS gegenüber 97,4 in der BHS.
Österreich gibt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung weniger für Bildung aus, als viele andere OECD-Staaten, insbesondere im Kindergartenbereich. Zwar sind die Ausgaben pro Schüler relativ hoch und Lehrergehälter überdurchschnittlich, dennoch liegt der Anteil öffentlicher Ausgaben gemessen am Staatshaushalt unter dem OECD-Schnitt. Österreich hat vergleichsweise kleine Klassen und einen hohen Anteil junger Lehrkräfte, gleichzeitig aber auch viele Sitzenbleiber. Je höher der Bildungsabschluss, desto besser die Jobchancen, wobei Bachelor-Absolventen einer Uni schlechtere Jobchancen haben, als diejenigen, die eine Höhere Technische Lehranstalt (HTL) oder Handelsakademie (HAK) absolviert haben.
"Das Gefühl, die Matura bewältigt zu haben, ist für jede Maturantin und jeden Maturanten etwas Besonderes. Wir gratulieren allen Maturantinnen und Maturanten herzlich zu ihren Leistungen und wünschen ihnen für die Zukunft viel Erfolg", sagt Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
Die Matura markiere einen wichtigen Meilenstein im Leben junger Menschen, ergänzt Bildungsdirektor Karl Fritthum: "Sie eröffnet vielfältige Perspektiven, sei es beim Einstieg ins Berufsleben oder auf dem Weg zu einem Studium."
"Denjenigen, die noch eine zweite Chance benötigen, wünschen wir für den nächsten Prüfungstermin alles Gute und viel Zuversicht", sagen Teschl-Hofmeister und Fritthum abschließend.