Fiese Abzocke

Mega-Betrugswelle! Hoteliers warnen jetzt alle Urlauber

Betrüger locken Urlauber mit täuschend echten Zahlungsaufforderungen in die Falle. Die Hotelvereinigung warnt vor einer wachsenden Betrugswelle.
22.10.2026, 13:25
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Hotel gebucht, Anzahlung geleistet und plötzlich kommt eine neue Zahlungsaufforderung! Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) warnt vor einer grassierenden Betrugswelle bei Hotelbuchungen. Besonders gefährlich: Die Nachrichten wirken täuschend echt. Name, Hotel und Reisedatum stimmen, doch das Geld landet bei Kriminellen.

Die Betrüger geben sich als Hotel oder Buchungsplattform aus und verschicken über WhatsApp, SMS, E-Mail oder gefälschte Plattform-Chats Zahlungsaufforderungen. Mal wird eine "nochmalige Anzahlung" verlangt, mal sollen Kreditkartendaten bestätigt werden. Auch angebliche Rückerstattungen werden als Köder verwendet.

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Immer mehr Hotels betroffen

Die Betrugsfälle häufen sich, warnt die Hotelvereinigung. Im April wurde ein Datenleck bei Booking.com bekannt, ab Ende Juli folgten Angriffe auf IT-Dienstleister der Hotellerie. Im August meldeten 25 Hotels einen weiteren Vorfall bei der Datenschutzbehörde.

Aktuell versuchen Kriminelle laut ÖHV verstärkt, Gäste mit angeblichen Rückerstattungen wegen Buchungsfehlern auf gefälschte Onlinebanking-Seiten zu locken. "Kein Hotel verlangt eine zweite Zahlung per WhatsApp, den CVV-Code oder den Banking-Login. Ein Moment der Unaufmerksamkeit, und das Geld ist weg!", warnt ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer.

Ein Anruf kann viel Geld retten

Sein Rat: Vor dem Anklicken eines Links oder einer neuerlichen Zahlung direkt beim Hotel nachfragen. Wichtig ist dabei, die Telefonnummer von der offiziellen Hotelwebsite oder aus der ursprünglichen Buchungsbestätigung zu verwenden.

"Das dauert eine Minute und verhindert, dass Geld verschwindet, das monatelang gespart wurde", erklärt Gratzer. Auch Direktbuchungen könnten das Risiko senken, weil dadurch weniger Zwischenstationen beteiligt seien.

Besonders misstrauisch sollten Urlauber werden, wenn plötzlich mit einer Stornierung innerhalb weniger Stunden gedroht wird, eine bereits bezahlte Buchung erneut bezahlt werden soll oder sensible Daten wie Kreditkartenprüfnummern, SMS-Codes und Banking-Zugangsdaten verlangt werden.

Auch unbekannte Telefonnummern, verdächtige Absenderadressen und plötzlich geänderte Bankverbindungen sind Warnsignale, so die Hotelvereinigung. Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte sofort seine Bank informieren, die Karte sperren lassen und Anzeige erstatten.

EU nimmt Booking.com ins Visier

Unterdessen hat die EU-Kommission ein förmliches Verfahren gegen Booking.com eingeleitet. Geprüft wird unter anderem, ob die Plattform ausreichend gegen gefälschte Unterkunftsangebote und Betrugsversuche mit Gästedaten vorgeht.

"Wer mit Gästedaten Geld verdient, muss sie ausreichend schützen!", fordert Gratzer. Es sei höchste Zeit, dass Brüssel genauer hinschaue.

Auch die Hotels selbst sieht die ÖHV in der Pflicht. Sie sollen ihre Zugänge besser absichern, Gäste vor gefälschten Zahlungslinks warnen und bei Verdachtsfällen rasch handeln. Denn für einen erfolgreichen Betrug reicht oft schon eine einzige unbedachte Zahlung.

tmw, 22.10.2026, 13:25