Am Donnerstag sind in Wien die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 420.000 Handelsangestellte und 19.000 Lehrlinge gestartet. Die Gewerkschaft GPA fordert für 2027 eine Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent. Doch die Arbeitgeber steigen bereits auf die Bremse.
"3,8 Prozent gehen sich schlicht und ergreifend nicht aus", stellte Arbeitgeber-Chefverhandler Rainer Trefelik nach der Forderungsübergabe in der Wirtschaftskammer klar.
Seine Begründung: Seit 2023 verliert der Handel kontinuierlich Arbeitsplätze, eine Erholung sei nicht in Sicht. Zudem liege die Umsatzrentabilität im Einzelhandel unter jener der meisten anderen Branchen. Die Situation sei "sehr, sehr schwierig", so Trefelik.
Die GPA fordert allerdings nicht nur mehr Geld. Laut Chefverhandlerin Linda Keizer soll es künftig bereits ab der ersten Stunde Mehrarbeit einen Zuschlag geben. Dazu kommen eine Zulage für kurzfristiges Einspringen, eine verbindliche 5-Tage-Woche und ein früherer Anspruch auf die 6. Urlaubswoche.
Keizer sieht die wirtschaftliche Lage zudem weniger düster als die Arbeitgeber. Sie verweist auf die jüngsten Prognosen von WIFO und IHS. Demnach soll Österreichs Wirtschaft heuer um 0,8 bis 0,9 Prozent und 2027 um 1 bis 1,3 Prozent wachsen.