Der oberösterreichische Motorenhersteller Steyr Motors profitiert von der steigenden Nachfrage aus dem Verteidigungsbereich.
Im dritten Quartal 2026 kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent auf 12,5 Millionen Euro.
Auch das operative Geschäft entwickelte sich besser. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg von 0,9 auf 1,4 Millionen Euro. Nach saisonal schwächeren Sommermonaten habe die Geschäftsdynamik im September wieder deutlich angezogen, teilte das Unternehmen mit.
Ein Blick auf die ersten neun Monate zeigt allerdings ein gemischtes Bild. Der Umsatz erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 35,3 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis ging gleichzeitig von 4,3 auf 1,5 Millionen Euro zurück.
Steyr Motors begründete den Rückgang mit Verzögerungen bei mehreren Projekten. Die Aufträge seien nicht verloren gegangen, sondern zeitlich nach hinten verschoben worden. Zusätzliche Einnahmen sollen aus bestehenden Rahmenverträgen mit dem deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS und aus einem Auftrag für die US-Spezialeinheit Navy Seals kommen.
Steyr Motors will sich außerdem neue Geschäftsfelder erschließen. Dazu zählen Antriebe für unbemannte Schiffe und Boote sowie mobile Stromgeneratoren, mit denen unter anderem Drohnensysteme versorgt werden können.
Der Auftragsbestand reicht nach Unternehmensangaben bis 2030 und beläuft sich auf mehr als 300 Millionen Euro.
Die Quartalszahlen wurden nur wenige Tage nach Bekanntwerden eines Übernahmeangebots veröffentlicht. Der US-Drohnenspezialist Red Cat will Steyr Motors über seine Wiener Tochtergesellschaft SMOT Acquisition GmbH übernehmen.
Das Angebot hat ein Gesamtvolumen von rund 205 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen für jedes Papier 39 Euro in bar erhalten. Zum Vergleich: Zuletzt wurde die Steyr-Motors-Aktie an der Wiener Börse mit 35,62 Euro bewertet.
Red Cat muss eine Annahmeschwelle von mindestens 50 Prozent plus einer Aktie erreichen. Zudem sind noch behördliche Genehmigungen notwendig. Der Abschluss wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet.
Vorstand und Aufsichtsrat von Steyr Motors begrüßen das Angebot grundsätzlich. Eine entsprechende Vereinbarung schützt den Standort Steyr für drei Jahre. Für zwei Jahre soll es zudem keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der Standort soll als Entwicklungs- und Produktionszentrum weitergeführt werden.
Ob die Übernahme tatsächlich zustande kommt, hängt nun von den Aktionären und den zuständigen Behörden ab. Der laufende Betrieb und die Wachstumspläne sollen davon zunächst unberührt bleiben.