Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé hat sein Wachstum im dritten Quartal 2026 deutlich beschleunigt.
Von Juli bis September stieg die verkaufte Menge um 2,8 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Plus noch 1,8 Prozent betragen.
Zusätzlich erhöhte der Hersteller von Nespresso, Maggi und KitKat seine Preise im Schnitt um 1,1 Prozent. Insgesamt ergab sich daraus ein organisches Wachstum von 4,0 Prozent. Analysten hatten lediglich mit 3,4 Prozent gerechnet.
Der Quartalsumsatz erreichte 22,8 Milliarden Schweizer Franken. Auch damit übertraf Nestlé die Erwartungen. Experten waren im Schnitt von 22,5 Milliarden Franken ausgegangen. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in den Schwellenländern. In Nordamerika gewann der Konzern nach einer schwächeren Phase ebenfalls wieder an Tempo. Nestlé Global
Das Geschäft mit Tiernahrung erzielte ein organisches Plus von 5,3 Prozent. Bei Lebensmitteln und Snacks betrug das Wachstum 5,0 Prozent. Dazu trugen unter anderem Maggi, Milo und KitKat bei.
Kaffee legte organisch um 3,4 Prozent zu. Vergleichsweise schwach blieb dagegen das Geschäft mit Ernährungsprodukten, das lediglich um 0,3 Prozent wuchs. Belastend wirkte weiterhin der Rückruf von Säuglingsnahrung.
"Wir erzielen stärkeres Wachstum, indem wir unsere Strategie im Tagesgeschäft konsequent umsetzen", erklärte Konzernchef Philipp Navratil. Er konzentriert den Konzern stärker auf Kaffee, Tiernahrung, Ernährungsprodukte sowie regionale Lebensmittel und Snacks.
Geschäftsfelder, die nicht mehr zur Strategie passen, sollen verkauft werden. Im September vereinbarte Nestlé etwa den Verkauf seines Geschäfts mit herkömmlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln für eine Milliarde US-Dollar.
Für das Gesamtjahr rechnet Nestlé weiterhin mit einem organischen Wachstum zwischen 3 und 4 Prozent. Die bereinigte operative Ergebnismarge soll in der zweiten Jahreshälfte ungefähr auf dem Niveau der ersten sechs Monate liegen. Der Konzern erwartet zudem einen freien Mittelzufluss von mehr als 9 Milliarden Franken.
Eine Änderung gibt es beim Russland-Geschäft. Nachdem die dortigen Aktivitäten im September unter eine vorläufige externe Verwaltung gestellt worden waren, werden sie seit Monatsende nicht mehr in der Konzernrechnung berücksichtigt.
Nestlé bleibt nach eigenen Angaben zwar rechtlicher Eigentümer der Vermögenswerte, hat jedoch keine Kontrolle mehr über die operative Führung. Auf den Umsatz des dritten Quartals hatte der Schritt keine Auswirkungen. Für das bereinigte Jahresergebnis erwartet das Unternehmen nur begrenzte Folgen.
Das Russland-Geschäft stand zuletzt für rund 2 Prozent des Konzernumsatzes. Durch die Herausnahme aus der Bilanz wurden Vermögenswerte von rund 1,6 Milliarden Franken ausgebucht. Die Nettoverschuldung dürfte dadurch zum Jahresende um etwa 900 Millionen Franken steigen.