Hackerangriff

Mega-Datenklau bei AfD – 421.000 brisante Mails im Netz

Hacker haben E-Mail-Postfächer der AfD angegriffen. Jetzt sollen mehr als 421.000 Nachrichten im Internet stehen. Die Partei bestätigt den Vorfall.
20.10.2026, 09:41
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Datenleck bei der deutschen AfD! Unbekannte sollen Hunderttausende interne E-Mails aus Postfächern der Partei erbeutet und im Internet veröffentlicht haben. Die mutmaßlichen Hacker behaupten, über mehr als 421.000 Nachrichten zu verfügen. Darunter sollen auch E-Mails bekannter AfD-Politiker sein.

Die Partei bestätigt einen Hackerangriff auf einen ihrer IT-Dienstleister, widerspricht allerdings der Darstellung, dass große Teile der aktuellen Parteikommunikation betroffen seien. Noch ist unklar, wie viele der veröffentlichten Unterlagen tatsächlich echt sind.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Hacker sprechen von 421.179 E-Mails

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, behaupten die Unbekannten, insgesamt 421.179 E-Mails erbeutet zu haben. Das veröffentlichte Datenpaket soll nach Angaben der mutmaßlichen Hacker einen Umfang von rund 281 Gigabyte haben.

Die Nachrichten sollen aus insgesamt zehn E-Mail-Postfächern stammen. Darunter befinde sich ein Konto auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland. Auch eine E-Mail-Adresse, die früher als Kontakt zur Bundesgeschäftsstelle der Partei diente, soll betroffen sein.

Ob die behauptete Zahl von mehr als 421.000 Nachrichten stimmt, lässt sich bislang nicht unabhängig bestätigen.

Ausweisfotos und Kontodaten veröffentlicht?

Besonders brisant sind Berichte über die Art der angeblich erbeuteten Unterlagen. Nach einem ersten, begrenzten Einblick sollen sich unter den veröffentlichten Daten nicht nur politische E-Mails, sondern auch persönliche Dokumente befinden. Genannt werden unter anderem Fotos von Ausweisen, Rechnungen, Kontoauszüge und Zeugnisse.

Auch Mitgliedsanträge und Mitgliederlisten aus AfD-Kreisverbänden in Nordrhein-Westfalen sollen Teil des Materials sein. Unter den Dokumenten soll sich zudem ein Foto des Personalausweises des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier befinden. Die Echtheit und Herkunft dieser Unterlagen sind jedoch noch nicht abschließend geklärt. Auch ist offen, ob sämtliche Dokumente aus demselben Hackerangriff stammen.

AfD bestätigt Angriff im September

Die Partei selbst hat inzwischen Stellung genommen. Gegenüber der "Zeit" bestätigte ein Sprecher, dass es bereits im September 2026 einen Cyberangriff auf einen Hosting-Dienstleister gegeben habe. Dabei seien "offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert" worden.

Die AfD stellt den Umfang des Vorfalls damit deutlich kleiner dar als die unbekannten Betreiber der Veröffentlichungsseite. Zudem seien die meisten betroffenen Postfächer "seit Jahren nicht mehr genutzt" worden, erklärte der Sprecher. Besonders wichtig ist der Partei eine weitere Feststellung: Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen.

Auch Namen von Weidel und Gauland aufgetaucht

Bei den im Internet veröffentlichten Daten sollen laut Berichten auch Namen prominenter AfD-Politiker auftauchen. Neben Alexander Gauland werden unter anderem Alice Weidel und Leif-Erik Holm genannt. Demnach wurden auf einer Internetseite auch KI-generierte Zusammenfassungen mehrerer angeblicher E-Mails veröffentlicht.

Die Nennung eines Politikers als Absender bedeutet allerdings noch nicht, dass die zugehörige Nachricht tatsächlich authentisch ist. Bisher ist nicht geklärt, ob sämtliche veröffentlichten E-Mails unverändert aus den betroffenen Postfächern stammen.

Partei will Angriff rasch gestoppt haben

Nach Angaben des AfD-Sprechers wurde der Hackerangriff bereits im September schnell erkannt und beendet. Anschließend habe die Partei sämtliche betroffenen Nutzer informiert. Die nun erfolgte Veröffentlichung angeblicher E-Mails und weiterer Dokumente werde geprüft. Wer hinter dem Angriff steckt und mit welchem Ziel die Daten veröffentlicht wurden, ist bislang nicht bekannt.

Ausmaß des Datenlecks noch offen

Sollten tatsächlich Ausweisdokumente, Kontoauszüge und Mitgliederlisten aus Parteipostfächern entwendet worden sein, könnte der Vorfall weit über die Veröffentlichung interner politischer Kommunikation hinausreichen. Denn solche Dokumente enthalten potenziell sensible personenbezogene Informationen.

Entscheidend für die weitere Aufarbeitung wird deshalb sein, welche Daten tatsächlich gestohlen wurden und ob sich die veröffentlichten Dateien eindeutig dem bestätigten Angriff zuordnen lassen.

Fest steht bislang: Die AfD bestätigt einen Hackerangriff auf ihren Hosting-Dienstleister. Ob dabei tatsächlich mehr als 421.000 E-Mails erbeutet wurden, bleibt Gegenstand der Prüfung.

red, 20.10.2026, 09:41
Weitere Storys