Insider: "Chaos im Außenamt"

Meinl-Reisinger gibt Kabinettschef Top-Sonderjob

Die Mitarbeiter-Fluktuation im Kabinett der Außenministerin geht weiter: Ihr bisheriger Kabinettschef wird ab Jänner zum Sondergesandten in Nahost.
Newsdesk Heute
31.10.2025, 20:15
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Still und leise wurde am Freitag der nächste Abgang im Kabinett von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger publik: Wie die Austria Presse Agentur (APA) meldet, trennt sich die Neos-Frontfrau nach nur etwas mehr als einem halben Jahr von ihrem Kabinettschef Arad Benkö, vormals Botschafter in der Ukraine, wohin Meinl schon drei (!) Auslandsreisen führten.

Stille Rochade vor Feiertag

Via OTS – was ein üblicher Vorgang wäre – wurde der Job-Transfer nicht transparent für die Allgemeinheit ausgesendet, auch eine entsprechende Pressemeldung ging bisher nicht ein. Laut "Heute"-Infos erfuhren selbst die Mitarbeiter im Ministerium am Minoritenplatz aus den Medien von der Rochade.

Benkö jedenfalls – er ist seit 25 Jahren im diplomatischen Dienst – wird von Meinl-Reisinger ab Jänner zum Sondergesandten für den Nahen Osten ernannt. Die Außenministerin wolle laut APA in einer "hochdynamischen Phase" für die Nahost-Region "einen sichtbaren Beitrag zur Stabilisierung leisten".

Benkö schielt auf Israel-Posten

Auch diese Erklärung sorgt für Diskussionen im Regierungsviertel: "Benkö bekommt damit in Sparzeiten einen Posten, den es bereits einmal gibt, wir haben nämlich eine sehr erfahrene Abteilungsleiterin für Nahost", heißt es gegenüber "Heute".

Gerüchten zufolge soll die Stelle als Sondergesandter nur eine Übergangslösung sein, da Benkö bei der nächsten Rochade im Sommer 2026 als Botschafter nach Israel gehen soll. "Vom Posten als Spitzenbeamter in einem Ministerium direkt in eine so wichtige Botschaft befördert zu werden, das hätten die Neos früher heftigst kritisiert und eine Cool-down-Phase verlangt", so ein Polit-Insider.

Immer mehr schmeißen hin

Es ist nicht der erste Wechsel im Außenamt: Ein Pressesprecher Meinl-Reisingers schmiss schon im Sommer hin, auch der zweite hat intern laut "Heute"-Infos schon seinen Rückzug angekündigt. Selbiges gilt für das Büro von Staatssekretär Sepp Schellhorn. Seine bereits zweite Sprecherin schmiss nach nur sechs Wochen kürzlich hin.

Aktuell wurde noch keine Nachfolgerin öffentlich präsentiert. Schellhorn ist zudem auf der Suche nach einem neuen Büroleiter. "In diesem Haus – jahrzehntelang ruhig und gewissenhaft geführt – herrscht seit der Neos-Übernahme Chaos", so ein langgedienter Beamter des Hauses. "Die Ministerin ist auch kaum hier anzutreffen."

Meinl-Reisinger weiter auf Reisen

Für Ressortchefin Meinl-Reisinger geht es nach ihrer Uganda-Reise von vor zwei Wochen zu Allerheiligen nach Kairo. Auf "Heute"-Anfrage war Freitagabend kein Pressesprecher im Kabinett der Ministerin erreichbar.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 31.10.2025, 20:59, 31.10.2025, 20:15
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