"Große Regenmengen" und Schnee

Meteorologe überrascht mit neuer Wetter-Prognose alle

Nach wochenlanger Trockenheit kündigt sich ein Italientief an. Am Mittwoch und Donnerstag könnte es im Süden kräftig regnen, später sogar schneien.
19.10.2026, 17:47
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Seit Wochen warten weite Teile Österreichs auf ergiebigen Regen. Besonders im Osten und Süden ist der Oktober bisher außergewöhnlich trocken verlaufen. Doch jetzt deutet sich laut "Tauernwetter.at" ein Wetterumschwung an: Ein Italientief könnte am Mittwoch (21. Oktober) und Donnerstag (22. Oktober) größere Regenmengen nach Österreich bringen. In höheren Lagen ist sogar Schneefall möglich.

Vor allem Osttirol und Oberkärnten dürften einiges abbekommen. Einzelne Wettermodelle rechnen dort mit mehr als 100 Litern Regen pro Quadratmeter. Wie kräftig der Niederschlag tatsächlich ausfällt, ist allerdings noch unsicher.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

190 Berechnungen zeigen Regen

Dass es im Süden Österreichs zur Wochenmitte nass wird, gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich. Gleich fünf verschiedene Wettermodelle kommen in ihren insgesamt 190 Ensemble-Berechnungen zum selben Ergebnis: Zwischen Mittwochmittag und Donnerstagfrüh fällt Niederschlag.

Keiner der 190 Modellläufe bleibt für die betroffenen Gebiete in Osttirol und Oberkärnten trocken. Der Grund dafür liegt über dem Mittelmeer. Das Hochdruckgebiet, das Österreich seit Ende September weitgehend trockenes Wetter beschert hat, verliert zunehmend an Einfluss.

Gleichzeitig strömt kühlere Luft aus dem Norden in Richtung Mittelmeer. Dort könnte sich über Oberitalien oder dem Golf von Genua ein Tiefdruckgebiet entwickeln.

Dieses sogenannte Italientief transportiert feuchte Luft von Süden gegen die Alpen. Besonders an den Karnischen Alpen, den Karawanken und am Alpenhauptkamm kann sich die Feuchtigkeit stauen und als Regen niedergehen.

Hier könnte es besonders stark regnen

Den aktuellen Prognosen zufolge liegt der Schwerpunkt der Niederschläge in Osttirol und Oberkärnten. Für Lienz und Dellach im Drautal berechnet das europäische Wetterensemble durchschnittlich 70 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter.

Das Schweizer Modell ICON-CH2-EPS kommt auf 60 bis 115 Liter, während das KI-Modell AIFS mit 45 bis 55 Litern rechnet. Das amerikanische Ensemble sieht 40 bis 70 Liter, das deutsche Modell dagegen nur 30 bis 45 Liter.

Einzelne Hauptläufe des europäischen und des Schweizer Modells zeigen an den Karnischen Alpen sogar 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter.

Die großen Unterschiede zeigen allerdings, wie unsicher die genaue Regenmenge noch ist. Schon eine kleine Verschiebung des Tiefdruckgebiets kann darüber entscheiden, wo es besonders stark regnet.

Ab Mittwochmittag wird es nass

Nach derzeitigem Stand soll der Regen am Mittwoch gegen Mittag einsetzen. Am Nachmittag und Abend könnte er vor allem im Südwesten Österreichs kräftiger werden. In der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstagvormittag dürfte der Niederschlag von Westen her allmählich nachlassen.

Niederschlag 24 Stunden (mm)
Tauernwetter.at

In Klagenfurt werden deutlich geringere Mengen erwartet als in den Staulagen. Dort liegen die Mittelwerte der Modelle bei etwa 15 bis 35 Litern pro Quadratmeter. Auch im Nordosten könnte es regnen, allerdings wesentlich weniger.

Für Wien berechnet das amerikanische Ensemble bis zum Wochenende im Durchschnitt rund zehn Liter pro Quadratmeter. Damit wäre die anhaltende Trockenheit im Osten noch lange nicht ausgeglichen.

Im Oktober fiel bisher kaum Regen

Wie dringend Österreich Niederschlag benötigt, zeigen die bisherigen Regenmengen. An der Wetterstation Wien Hohe Warte wurden bis einschließlich 17. Oktober gerade einmal 0,7 Liter pro Quadratmeter gemessen. Das entspricht nach 17 Tagen nur rund einem Prozent der üblichen Niederschlagsmenge für den gesamten Oktober.

In Lienz kamen bis dahin lediglich 2,9 Liter zusammen, also rund drei Prozent des durchschnittlichen Oktoberwerts. Auch Eisenstadt war in der ersten Monatshälfte von außergewöhnlicher Trockenheit betroffen.

Besonders angespannt ist die Situation im Norden und Osten des Landes. An manchen Wetterstationen fiel seit Jahresbeginn weniger als die Hälfte des normalerweise üblichen Niederschlags. Lediglich im äußersten Westen Österreichs gab es im Oktober bereits größere Regenmengen.

Schnee könnte bis in höhere Täler fallen

Neben dem Regen zeichnet sich zur Wochenmitte auch eine deutliche Abkühlung ab. Am Mittwoch dürfte der Niederschlag zunächst selbst in größeren Höhen überwiegend als Regen fallen. In rund 1.500 Metern Höhe werden am Nachmittag noch Temperaturen zwischen sieben und neun Grad erwartet.

In der Nacht auf Donnerstag strömt dann kältere Luft nach Österreich. Dadurch könnte die Schneefallgrenze im Südwesten bis ins Mittelgebirge und in einzelne höher gelegene Täler sinken. Dort wäre gegen Ende des Niederschlags auch Schneeregen oder Schneefall möglich.

Ob es tatsächlich für einen ersten kleinen Wintereinbruch reicht, ist noch offen. Entscheidend wird sein, wann die Kaltluft eintrifft und wie lange es dann noch regnet. In tieferen Lagen wie Dellach im Drautal auf rund 610 Metern Seehöhe wird weiterhin Regen erwartet.

Drohen jetzt Überschwemmungen und Muren?

Trotz der teilweise hohen Regenmengen sehen die aktuellen Berechnungen vorerst kein großes Risiko für Hochwasser oder Überschwemmungen.

Auch größere Murenereignisse zeichnen sich derzeit nicht ab. Ganz ausschließen lassen sich kleinräumige Muren bei einem Italientief allerdings erst kurzfristig. Die weitere Entwicklung hängt stark davon ab, wo sich das Tief tatsächlich bildet und wie viel Regen in kurzer Zeit fällt.

Kommt jetzt das Ende der Trockenheit?

Ob das Italientief eine dauerhafte Änderung der Wetterlage einleitet, lässt sich noch nicht zuverlässig sagen.

Einige Berechnungen zeigen auch für die letzten sieben bis acht Oktobertage zunehmende Niederschlagssignale. Zwischen dem 25. und 30. Oktober könnte sich demnach ein weiteres Tief über dem Mittelmeer bilden.

Für eine konkrete Prognose ist es allerdings noch zu früh. Fest steht: Nach einem bisher extrem trockenen Oktober steigen die Chancen, dass zumindest der Süden Österreichs zur Wochenmitte endlich wieder größere Regenmengen bekommt.

wil, 19.10.2026, 17:47