Beim digitalen Fortschritt klafft in Oberösterreichs Pflegeheimen eine große Lücke: Während manche bereits Sturzsensoren und Telemedizin nutzen, hat ein Drittel der 134 Alten- und Pflegeheime noch nicht einmal WLAN. "Wir müssen nachziehen und schauen, dass wir wieder auf dasselbe Niveau kommen", sagt Soziallandesrat Christian Dörfel (ÖVP).
Das hat nämlich Folgen für den Arbeitsalltag: Wer Pflegenotizen direkt ins Gerät sprechen kann, spart sich aufwendiges Tippen. Sensoren können Stürze erkennen und rasch Hilfe ermöglichen. Dafür braucht es aber eine zuverlässige technische Infrastruktur im ganzen Haus. Dörfels Ziel: "Weniger Zeit für Bürokratie und damit mehr Zeit für die Menschen."
Die nötige Grundausstattung soll deshalb in der oberösterreichischen Heimverordnung festgeschrieben werden. Der Entwurf geht im Oktober in Begutachtung, die Änderungen sollen im Jänner 2027 in Kraft treten. Bis 2030 sollen alle Heime die technischen Voraussetzungen geschaffen haben.
Für den Ausbau soll es Geld aus einem Pflegetechnologiefonds geben, der 2027 neu aufgelegt und mit Bundes- und Landesmitteln finanziert werden soll. Unterstützt werden sowohl die Basisinfrastruktur als auch weitere digitale Helfer: "Wir fördern alles", kündigt Dörfel für Maßnahmen zur Digitalisierung an.
Wie die Technik den Alltag erleichtern kann, zeigt das Seniorenzentrum Liebigstraße in Linz: Sprachgesteuerte Dokumentation spart Pflegekräften Zeit, Sensoren melden Stürze. "Die Zeit, die dadurch frei wird, kommt den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute", sagt SP-Vizebürgermeisterin Karin Leitner. Gerade in älteren Gebäuden sei das Nachrüsten allerdings aufwendiger und teurer.
Welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen, soll sich deshalb nach dem jeweiligen Haus und den verfügbaren Mitteln richten. "Nicht jede Lösung passt überall gleichermaßen", betont Gemeindebund-Präsident Christian Mader. Entscheidend seien Technologien, "die unsere Beschäftigten tatsächlich entlasten und mehr Zeit für die Menschen schaffen".