"Spielplatz an der Westbahn neben der Traisen muss zurückkommen!" So lautet die Petition, die eine St. Pöltnerin gestartet hat – bis Dienstagnachmittag hatte die Petition 108 Unterstützer (Stand: 16 Uhr).
"Ich fordere als junge Mutter gemeinsam mit vielen Familien in St. Pölten den Wiederaufbau des entfernten Spielplatzes an der Traisen. Dieser Spielplatz war für zahlreiche Kinder, Eltern und Großeltern ein wichtiger Treffpunkt und ein wertvoller Ort zum Spielen, Bewegen und Zusammensein", so Denise S. zu den Hintergründen.
Weiter heißt es in der Petition: "Besonders kritisch sehen wir, dass vor der Wahl mit Familien, Kindern und sozialer Politik geworben wurde – doch kurz nach der Koalition von Rot-Grün wird ausgerechnet ein beliebter Spielplatz entfernt. Das sendet ein völlig falsches Signal an junge Familien in unserer Stadt. Als Begründung werden eine Gasleitung sowie Schäden durch das Hochwasser genannt. Doch Gasleitungen gibt es an vielen Orten – das kann kein ausreichender Grund sein, einen ganzen Spielplatz dauerhaft zu entfernen. Wenn der Spielplatz beschädigt wurde, dann erwarten wir als Bürgerinnen und Bürger, dass er saniert, modernisiert und instand gesetzt wird – nicht, dass er einfach verschwindet."
Dass die Geräte nun an anderer Stelle im Hochzeits- und Geburtenwald ein "zweites Leben" bekommen sollen, sei kein Ersatz "für diesen wichtigen Standort". Gerade dieser Platz sei ideal gewesen: direkt bei einer großen Wohnsiedlung nahe an Schrebergärten an der Traisen gelegen, viel Platz zum freien Laufen und Spielen, perfekt für Spaziergänge mit Kind und Hund.
"Dieser Spielplatz war mehr als nur eine Schaukel oder Rutsche – er war ein wichtiger Naherholungsort für Familien. Ich fordere daher Bürgermeister Matthias Stadler sowie die Stadtregierung aus Rot-Grün auf, auf die Stimmen der Familien zu hören und den Spielplatz an der Traisen wieder aufzubauen. Kinder brauchen Platz zum Spielen. Familien brauchen Orte der Begegnung. St. Pölten braucht familienfreundliche Entscheidungen", so der Appell.
Es hier nicht nur um einen Spielplatz geht, sondern um Lebensqualität, Familienfreundlichkeit "und die Zukunft unserer Kinder in St. Pölten. Der Spielplatz an der Traisen war für viele Familien ein beliebter Treffpunkt und ein sicherer Ort, an dem Kinder spielen, sich bewegen und Zeit an der frischen Luft verbringen konnten. Gerade in einer Stadt mit vielen Wohnsiedlungen braucht es wohnortnahe Plätze, an denen Kinder frei laufen und Familien gemeinsam Zeit verbringen können".
Nicht jede Familie habe die Möglichkeit, "ständig mit dem Auto zu anderen Spielplätzen zu fahren. Öffentliche Spielplätze müssen dort sein, wo die Menschen wohnen". Wenn ein Spielplatz durch Hochwasser beschädigt wurde, sollte die Lösung Sanierung und Wiederaufbau sein – nicht dauerhafte Entfernung: "Familien erwarten zu Recht, dass bestehende Infrastruktur erhalten und verbessert wird", so Denise S. "Kinderfreundliche Städte entstehen nicht durch Worte, sondern durch Taten."
"Jeder Spielplatz weniger nimmt Familien Möglichkeiten zur gemeinsamen und sinnvollen Freizeitgestaltung an der frischen Luft statt vor dem Fernseher oder Spielkonsolen", hatten bereits St. Pöltens VP-Klubobmann Alexander Thallmeier und die Familiensprecherin der VP St. Pölten, Gemeinderätin Romy Windl, kurz nach dem Abbau vor wenigen Wochen kritisiert.
Konkret wurden am Traisenufer ein Basketballkorb, eine Rutsche, eine Schaukel, Klettermöglichkeiten und ein Schaukelpferd abgetragen. Auch die Sitzgelegenheiten wurden abgebaut. "Die wahrscheinlichste Antwort auf die Frage, warum das passiert, ist wohl der Blick aufs Stadtbudget. Während zwar Tausende Euros für neue Kulturprojekte übrig sind, dürfte das Geld für den Erhalt der Spielplätze ausgehen", so Thallmeier und Windl.
"Rot-Grün verspricht soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität und Beteiligung – streicht aber gleichzeitig einen Spielplatz ersatzlos. Das passt nicht zusammen", so die beiden VP-Vertreter.
Die Kritik ist groß, gehen doch Gerüchte um, dass es wegen Sparmaßnahmen über ein Dutzend weitere Spielplätze betroffen sein könnten.
Auf "Heute"-Anfrage heißt es seitens der Stadt: Grundsätzlich ist zur Anfrage festzuhalten, dass das Land NÖ seinen Gemeinden pro 5.000 Einwohner:innen 1 Spielplatz vorschreibt. In St. Pölten stehen für rund 60.000 Einwohner:innen 45 Spielplätze zur Verfügung."
Der Spielplatz Pottenbrunn wurde im Juli 2025 neu angelegt und eröffnet. Insgesamt sind überdies 16 Fußballfelder und 9 Basketballfelder sowie eine Multifunktionsanlage und 3 Beachplätze öffentlich zugänglich. Besonders hervorzuheben sind weiters sicherlich die neuen Naherholungsgebiete beim Sturm 19 Park sowie die Eisbergspitze und das beliebte Seenerlebnis in Ratzersdorf (inkl. Skatepark, Minigolf etc.). Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen im Bereich der Spielplätze geplant, u.a. im Bereich der Barrierefreiheit.
Im konkreten Fall könne Folgendes festgehalten werden: "Der Spielplatz wurde beim Hochwasser 2024 schwer beschädigt, unter dem Spielplatz verläuft auch eine Gasleitung. Im Zuge der Evaluierung wurde über Zusammenlegung und/oder Auflassung einzelner Spielplätze mit gleichzeitiger Aufwertung anderer Spielplätze gesprochen, insbesondere wenn in der unmittelbaren Nähe ein besser frequentierter Spielplatz liegt – in diesem Fall Luftlinie 500 Meter."
Die Spielgeräte werden ein "neues zu Hause" im Hochzeits- und Geburtenwald finden, dort entwickle sich gerade "eine neue Wohngegend, wo für die Teufelhofsiedlung ein eigener Spielplatz geschaffen werden soll".