Der Mord an einem elfjährigen Buben in Leoben erschütterte Ende Jänner das ganze Land. Nun bringt ein psychiatrisches Gutachten neue Details ans Licht: Die tatverdächtige Mutter soll zum Zeitpunkt der Tat voll zurechnungsfähig gewesen sein.
Am 30. Jänner 2026 soll die 39-Jährige ihren Sohn in der gemeinsamen Wohnung mit mehreren Messerstichen getötet haben. Das Kind starb an schweren Stich- und Schnittverletzungen.
Nach der Tat fügte sich die Frau selbst Schnittverletzungen zu. Sie musste zunächst operiert werden, bevor sie anschließend in Untersuchungshaft kam. Den Notruf hatte sie selbst gewählt.
Bei ihrer Einvernahme durch den Untersuchungsrichter gestand die Obersteirerin die Tat und gab zu, ihren Sohn getötet zu haben. Laut Informationen der "Krone" erklärte sie dabei auch, Stimmen gehört zu haben. Außerdem habe sie behauptet, ihr Sohn sei "vom Teufel besessen" gewesen.
Diese Aussagen könnten jedoch nur vorgetäuscht gewesen sein. Das nun vorliegende psychiatrische Gutachten, das von der Staatsanwaltschaft Leoben in Auftrag gegeben wurde, fand keine Hinweise auf eine schwere psychische Erkrankung.
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"Sowohl der psychiatrische Sachverständige als auch die klinische Psychologin kamen zu dem Entschluss, dass zum Tatzeitpunkt keine schwerwiegende psychische Störung vorgelegen hat", bestätigte Staatsanwaltschafts-Sprecher Andreas Riedler.
Demnach war die 39-Jährige laut Gutachten voll zurechnungsfähig, als sie ihren Sohn tötete. Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen.
Noch ausständig sind unter anderem das endgültige gerichtsmedizinische Gutachten sowie eine detaillierte DNA-Analyse vom Tatort. Damit soll der genaue Ablauf der Tat rekonstruiert werden.
Für die 39-Jährige gilt die Unschuldsvermutung.