Emotionaler Spendenaufruf

Nach 56 Jahren: Kult-Disco kämpft ums Überleben

Seit 56 Jahren wird im Blow Up in Pottendorf gefeiert. Jetzt ist die Kult-Disco geschlossen. Ein Spendenaufruf soll das Lokal retten.
19.10.2026, 04:00
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Eine der ältesten Diskotheken Österreichs kämpft ums Überleben: Das legendäre Blow Up in Pottendorf (Bezirk Baden) steht vor einer ungewissen Zukunft. Wegen einer Betriebsanlagenüberprüfung darf das Lokal derzeit nicht öffnen.

Um die notwendigen Investitionen finanzieren zu können, haben die Betreiber nun einen Spendenaufruf gestartet. 35.000 Euro werden benötigt, bislang sind erst rund 1.000 Euro zusammengekommen – "Heute" berichtete bereits hier.

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Revival-Night am 26. September abgesagt

Bereits Ende September mussten die Betreiber ihren Gästen eine Hiobsbotschaft überbringen. Die für Samstag, 26. September, geplante Revival-Night wurde kurzfristig abgesagt. Auf einem veröffentlichten Plakat hieß es: "Aufgrund einer schon länger laufenden Betriebsanlagenüberprüfung ist es uns ab sofort leider untersagt unser Lokal für Euch zu öffnen."

Wann wieder gefeiert werden kann, war damals noch völlig unklar. Mittlerweile steht fest: Vor einer Wiedereröffnung müssen umfangreiche Investitionen getätigt werden. Auch das benachbarte Carambol ist betroffen. Dort ist ein eingeschränkter Betrieb zwar möglich, allerdings sind ebenfalls Adaptierungen notwendig.

Bereits über 15.000 Euro investiert

Die finanziellen Belastungen sind enorm. Laut den Betreibern wurden allein in den vergangenen Monaten bereits mehr als 15.000 Euro in notwendige Maßnahmen investiert, die für die Gäste nicht sichtbar waren. Dazu kamen mehrere Tausend Euro für Prüfberichte sowie eine unerwartete Reparatur der Kühlanlage im Carambol.

Nun stehen weitere Investitionen von mindestens 35.000 Euro an, die großteils das Blow Up, aber auch das Carambol betreffen. Aus eigener Kraft sei das nicht mehr zu schaffen.

Seit 56 Jahren eine Institution

Für Generationen von Nachtschwärmern ist das Blow Up weit mehr als nur eine Diskothek. Seit 56 Jahren wird in dem Lokal gefeiert, getanzt und geflirtet. Zahlreiche Freundschaften und Beziehungen haben hier ihren Anfang genommen.

Die goldenen Discozeiten seien allerdings längst vorbei, erklären die Betreiber. Deshalb habe man sich bereits vor einigen Jahren dazu entschlossen, nur noch ein- bis zweimal im Monat zu öffnen. Die Einnahmen dieser Veranstaltungen hätten bisher ausgereicht, um die laufenden Kosten zu decken. Für die nun notwendigen Investitionen reiche das Geld jedoch bei Weitem nicht.

"Wir haben nichts mehr zu verlieren"

Auf der Spendenplattform GoFundMe wenden sich die Betreiber nun mit einem emotionalen Hilferuf an ihre Gäste. "Wir können und wollen nicht glauben, dass das alles nun einfach so vorbei sein soll und das Blow Up seine Türen nie wieder öffnen wird", heißt es darin.

Der öffentliche Spendenaufruf sei ihnen nicht leichtgefallen. Doch der große Zuspruch vieler Stammgäste habe sie dazu bewogen, diesen ungewöhnlichen Schritt zu wagen.

"Wir haben im Augenblick tatsächlich nichts mehr zu verlieren", erklären die Verantwortlichen. Man wolle lieber offen mit der schwierigen Situation umgehen, als die Kult-Disco stillschweigend aufzugeben.

"Wir hoffen sehr, ..."

Die Hoffnung ruht nun auf der Unterstützung der Gäste. Insgesamt sollen 35.000 Euro gesammelt werden, um die Zukunft der beiden Lokale zu sichern. Bislang wurden rund 1.000 Euro gespendet (Stand: Sonntag, 18. Oktober, 15.30 Uhr) – damit fehlen noch etwa 34.000 Euro.

Die Spenden erfolgen freiwillig und ohne Gegenleistung. Ob die Rettungsaktion erfolgreich sein wird, bleibt offen.

Juliana und das gesamte Blow Up- und Carambol-Team wollen jedenfalls nicht aufgeben: "Wir hoffen sehr, dass wir uns ganz bald wieder hinter den Türen, im Herzen eurer Discothek Blow Up, sehen können."

red, 19.10.2026, 04:00
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