Wein-Gipfel im Weinviertel

Nach Dürre-Sommer: So soll es mit dem Wein weitergehen

Beim Wirtschaftstreffen "Vino & Vision" in Poysdorf rückte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Bedeutung des Weinbaus in den Fokus.
Victoria Carina  Frühwirth
23.09.2026, 06:30
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Der Weinbau steht in Niederösterreich nicht nur für Tradition und Genuss. Beim Wirtschaftstreffen "Vino & Vision" bei der Wottle GmbH in Poysdorf (Bezirk Mistelbach) machte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montag, 21. September, deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung die Branche für das Land hat.

Weniger Bürokratie für Betriebe

"Wir alle spüren, dass wir in äußerst herausfordernden Zeiten leben", sagte Mikl-Leitner. Umso wichtiger seien Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand. Der Weinviertler Traditionsbetrieb Wottle habe gezeigt, wie Betriebe auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen neue Märkte erschließen und auf Innovation setzen könnten.

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Gleichzeitig pochte die Landeshauptfrau auf bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen: "Es ist uns wichtig, dass Niederösterreich weiterhin ein guter Wirtschaftsstandort bleibt. Dafür braucht es nicht mehr, sondern weniger Steuern und Bürokratie."

Mit einer eigenen Taskforce Wirtschaft wolle das Land Verfahren beschleunigen und Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle bieten. Das Ziel: weniger Zettelwirtschaft und mehr Zeit fürs eigentliche Geschäft.

Dürre traf Landwirtschaft hart

Auch die Folgen der Trockenheit im vergangenen Sommer waren Thema. Laut Mikl-Leitner wurden die landwirtschaftlichen Betriebe davon massiv getroffen. Beim Wein dürfte die Ernte geringer ausfallen, die Stimmung unter den Winzern sei dennoch positiv.

Der Klimawandel werde die Branche aber weiter beschäftigen. Widerstandsfähigere Rebsorten könnten künftig ebenso wichtig werden wie neue touristische Angebote.

Große Hoffnungen auf 2030

Eine besondere Chance sieht Mikl-Leitner in der Landesausstellung 2030 im Weinviertel. Bereits bestehende Angebote wie der Weinherbst, Kulturveranstaltungen bei Winzern oder organisierte Weinreisen sollen Tourismus und Weinwirtschaft noch enger verbinden.

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"Jeder vierte Liter schafft den Weg ins Ausland", betonte Mikl-Leitner. Wein sei damit nicht nur Kulturgut, sondern auch Exportprodukt, Jobmotor und wichtiger Faktor für den Tourismus. Bei der Veranstaltung diskutierten unter anderem Weinbauverbands-Präsident Johannes Schmuckenschlager, Falstaff-Herausgeber Wolfgang M. Rosam und Gastronom Toni Mörwald über die Zukunft der Branche.

Gastgeber Wottle blickt selbst auf mehr als 100 Jahre Geschichte zurück. Das 1923 gegründete Unternehmen ist heute Österreichs einziger heimischer Hersteller von Traubenpressen und startete nach einem Restrukturierungsverfahren 2025 mit einem neuen Eigentümer durch.

VF,23.09.2026, 06:30
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